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Virus ohne Schuld: Potential einfach nicht ausgeschöpft

Quotient 94,4 – mit dieser seltsam abstrakten Bilanz verabschieden sich die Regensburg Adler aus der denkwürdigen Bayernliga-Saison 2019/2020. Letztlich gleichbedeutend mit Abschlussplatz 7 von (faktisch) 13 Ligamannschaften soll nachstehend der Versuch eines Fazits dieser – soweit eben gespielten – unfreiwillig fragmentarischen Spielzeit gemacht werden. Bei finalem Abbruch der Spielbetriebs im April 2020 wies das tabellarische Adlerkonto nach 18 Durchgängen einen (bereinigten) Punktestand von 17:19 aus, resultierend aus 8 Siegen 2 Unentschieden und 9 Niederlagen bei einem Torverhältnis von 465:468. Nüchternes Zahlenwerk, welches näherer Erläuterung für sein Zustandekommen bedarf.

Keine Frage: Vor Saisonbeginn hatte man sich an der Alfons-Auer-Straße doch mehr erhofft. Relativ kurzfristig schlugen mit Florian Uhl und Marcel Elgeti die beiden Torgaranten der vergangenen Spielzeiten aus Studiengründen ihre Zelte in Baden-Württemberg auf, gerade einmal eine Saison bei den Adlern unter Vertrag zog es Mittelspieler Samuel Orlovski nach Cham – äußerst herbe Verluste für die eingespielte Manschaft von Trainer Kai-Uwe Pekrul, die es erst einmal zu kompensieren galt. Glücklicherweise gelang es während der Sommerpause jedoch den geschrumpften Kader mit namhaften Spielern aufzurüsten und sich (so doch wenigstens nominell) dann insgesamt sogar deutlich gegenüber der Vorsaison zu verstärken. Wunder, Singwald, Meyer, Klenk, Stoiber, Sira – von zahlreichen anderen Vereinen teils heftig umworbene Hochkaräter und talentierte Nachwuchshoffnungen konnten von der sportlichen Leitung unter Aufbietung entsprechender “Gesamtpakete” an die Alfons-Auer-Straße geholt werden. Nicht zuletzt deswegen wurden die werfenden Greifvögel aus dem Regensburger Kasernenviertel auch von nicht wenigen Ligakonkurrenten als durchaus ernsthafter Mitbewerber um den Bayernligatitel, sprich Aufstieg in die 3. Liga, explizit gehandelt. Von den Adler-Verantwortlichen selbst war vorab zu hören, dass man mit dieser Truppe diesmal “vorne mitspielen” wolle. Wenn es letztlich doch anders kam und unter dem vorzeitig gezogenen Strich lediglich ein biederer Mittelfeldplatz heraussprang, ist wohl mehreren Gründen geschuldet. Einer davon war wohl auch, dass einige Neuzugänge dann doch noch nicht immer das zeigen konnten, was man sich zuvor von ihnen versprochen hatte, freilich ohne jetzt von der einen oder anderen Fehlverpflichtung sprechen zu wollen. Auch blieb der Kader während der 18 durchgeführten Ligapartien (glücklicherweise) weitestgehend von längerfristigen Ausfällen sowie schwereren Verletzungen verschont – lediglich Hauptsponsor Hermann Reiss erwischte es zwischendurch heftiger am Bein.

Vielversprechend verlief Mitte September 2019 der Start in die taufrische Saison 2019/2020. Die Terminplaner des BHV hatten es dabei mit der ehemaligen SG Regensburg gar nicht gut gemeint und ihr zum Start in die neue Spielzeit gleich zwei Reisetermine hintereinander “aufgebrummt”. Mit einem hart erkämpften 30:28-Auswärtscoup bei den “Hätzfelder Bullen” entführten die Adler am ersten Spieltag sogleich die ersten beiden zu vergebenden Punkte aus der Mainmetropole Würzburg. Dieser Sieg beim ambitionierten Aufsteiger TG Heidingsfeld sollte sich im Nachhinein freilich als vergebliche Liebesmühe erweisen, traten die Unterfranken, kaum erst mit großem Aufwand aufgestiegen, aus wirtschaftlichen Gründen doch Anfang 2020 schon wieder den Rückzug aus der Bayernliga an und sorgten damit für eine Annullierung aller ihrer bisherigen Spielergebnisse. Obgleich man im 2. Auswärtsspiel bei der heimstarken TG Landshut den Gastgeber lange am Rande einer Niederlage hatte, musste man den angriffstarken Drei-Helm-Städtern am Ende dann doch mit 31:30 hauchdünn den Vortritt lassen – ein (erstes) Misserfolgserlebnis, welches in Anbetracht der insgesamt doch ansehnlichen Leistung zweifellos zu verschmerzen war. Dahoam is dahoam: Im gut besuchten Adlerhorst erwarteten die Gastgeber zur sehnsüchtig erwarteten Heimpremiere anschließend DAS Liga-Urgestein, den “ewigen Bayernligisten” TSV Lohr. Am Schluss dieser lange umkämpften Auftaktpartie zuhause verkündete die Anzeigetafel der Kerschensteiner Halle freudig ein leistungsgerechtes 26:22 für den symbolisch gefiederten Gastgeber. Der hierauf folgende Leistungsvergleich wieder in der Fremde führte die Regensburg Adler donauabwärts nach Schwaben zum VfL Günzburg, dem man durch einen bedauerlichen Leistungsabfall in den Schlussminuten noch unnötig 22:21 unterlag. Drei nachfolgende Siege am Stück bescherten der Pekrul-Truppe dann jedoch schnell einen Platz an der Sonne. Erstes “Opfer” dieser erfolgreichsten Saisonphase war beim 26:22 in der Kerschensteiner-Halle die sich tapfer aber vergeblich wehrende Reserve der DJK Rimpar. Als nächste Beute wurde beim folgenden Auswärtsauftritt in Fürstenfeldbruck das hier chancenlose Perspektivteam des mittlerweiligen Zweitligisten “erlegt”, ebenso wie eine Woche später wieder daheim im Adlerhorst die dritte Nachwuchsmannschaft der Liga – der starke HSC Coburg II, welcher beim 25:24 nur denkbar knapp das Nachsehen im Regensburger Südosten hatte. Erst in der 7. Partie verließen die Spieler mit dem Adler auf der Brust dann wieder ohne Punkte das Parkett – und das mit einem überraschend hohen 34:27 beim letztjährigen Drittligaabsteiger TV Erlangen-Bruck auch gleich deutlich. Doch bereits binnen Wochenfrist ließ ein ebenso klares 31:22 gegen die wieder aufgestiegenen Anzinger “Löwen” zuhause an der Alfons-Auer-Straße sogleich zurück in die Erfolgsspur finden. Diesen erneuten Aufwind konnten die Adler dann auch noch in die nächste Auswärtspartie erneut Richtung Würzburg beim überzeugenden 28:30-Sieg bei der zuvor hoch eingeschätzten DJK Waldbüttelbrunn mitnehmen. 9. Spieltag: Nach taktisch brillianter 1. Halbzeit gegen die gefürchtete oberfränkische 3-2-1-Defensivwand (13:9) konnte Tabellenprimus Haspo Bayreuth den Gastgebern am Ende mit größter Mühe doch noch ein 23:23 abtrotzen – zweifellos, zumal eben taktisch, eine der besten Saisonleistungen der Adler. Dieser hoch verdiente Punktgewinn gegen ein Spitzenteam der Liga sollte dann allerdings für mehr als zwei Monate das letzte zählbare Erfolgserlebnis für die Mannen in Weinrot und Weiß bleiben. Warum auch immer, der Handballgott schien den Adlern von nun an für lange Zeit nicht mehr wohlgesonnen – nix gwieß woaß ma ned, bis heute. Am 14. Dezember, in der letzten Partie 2019, dann starteten die Raubvögel von der Alfons-Auer-Straße im Süden Münchens beim dort beheimateten Fusionsverein Hachinger Tal mit einem (angesichts der ansehnlichen Vorergebnisse doch unerwarteten) 27:24 eine erschreckend schwarze Serie ohne jede Beute mit schließlich nicht weniger als 5 bitteren, da meist unnötigen Niederlagen am Stück. Neues Jahr, neues Glück? Leider nicht. Zwischenzeitlich hatte der überraschende und höchst bedauerliche Rückzug von Torwarttrainer und Keeperlegende Matthias Elgeti dem lange erfolgreich und scheinbar auch harmonisch kooperierenden Dreigestirn auf der Adlerbank (Pekrul – Vesely – Elgeti) einen bitteren Wermutstropfen verabreicht. Möglicherweise übertrug sich diese sicher schmerzliche personelle Veränderung in der Folge dann auch ein wenig auf das Leistungsprofil der Mannschaft. Bereits die erste Partie im nagelneuen Kalenderjahr 2020 daheim im Kasernenviertel endete wie die letzte im vorangegangenen. Mit einem klaren und auch in der Höhe verdienten 28:33 gegen einen gerade in der Schlussphase klar überlegenen TSV Friedberg zogen die Spieler von der Alfons-Auer-Straße abermals den Kürzeren und fanden sich nach diesem Spieltag endgültig im Niemandsland der Tabelle wieder. Bei der erneuten und gleichermaßen deutlichen wie verdienten 27:32 Heimniederlage gegen den damaligen Tabellenersten aus Landshut 14 Tage später wurde allen Beteiligten im Adlerhorst schnell klargemacht, dass an diesem Januarabend kein Regensburger Kraut gegen die bereits im Hinspiel schmerzhaft erfahrene Offensivwucht der Niederbayern gewachsen war. Pleite in Folge die Vierte: Mit allerlei Vorsätzen einer Wiedergutmachung zum Auswärtsspiel in die Märchenstadt Lohr an den Untermain gereist musste man sich beim abermals ernüchternden 29:21 nach der Schlusssirene wieder frustriert mit leeren Fängen auf den weiten Rückflug machen. Trendwende beim nächsten Heimspiel gegen den VfL Günzburg? Keine Rede. Abgeklärt spielend und ohne an wirklich die Leistungsgrenze gehen zu müssen nahm den Samstag darauf der jetzige Aufsteiger um Toptorjäger Bandlow hoch verdient beide Punkt mit heim ins Schwäbische – die 5. Niederlage in Folge war perfekt und mit 20:26 erneut eine deftige gleich dazu. Spieler, Trainer, sportliche Leitung, Umfeld – alle direkt wie indirekt Beteiligten verspürten angesichts der einfach nicht enden wollenden Talfahrt spätestens jetzt ein gemeinsames Gefühl: deprimierende Ratlosigkeit. Mit einem angesichts des Vorspielerfolgs erklärbaren Hoffnungsschimmer erhoben die Adler ihre Schwingen nun zur über 200 km währenden Reise Richtung Würzburg bei der DJK Rimpar II. Und siehe da: Wenn auch nur äußerst mühsam und unter verbissener Gegenwehr eines nie aufsteckenden Gegners – mit einem knappen 24:26 Auswärtssieg konnte der Bann des scheinbar endlosen Verlierens hier in der Fremde endlich gebrochen, der beängstigende Sinkflug beendet werden – so schien es wenigstens. Ausschlaggebend für diesen alleine schon moralisch äußerst wichtigen Sieg war eine diesmal gezeigte Leistungskonstanz über 60 Minuten hinweg – bisher oft das große Adlermanko. Hoffnung für die nächsten Spiele keimte deshalb an der Alfons-Auer-Straße auf – allerdings nur zwei kurze Wochen lang. Déjà vu: Das völlig unnötige Heimdebakel (27:28) dann gegen den mit kümmerlichen 3 Pluspunkten angereisten Gast aus Fürstenfeldbruck (II) war gleichbedeutend mit dem sportlichen Tiefpunkt 2019/2020 und der bitteren Lachnummer des Spieltags. Cleveres Abwehrverhalten, bewundernswerter Kampfgeist und ein von der Adlerabwehr nie zu kontrollierender Rückraumakteur genügten dem seinerzeitigen Fixabsteiger, um ebenso einfallslos agierenden wie taktisch unflexiblen Gastgebern im Adlerhorst mit einfachsten Mitteln die Punkte abzunehmen. Resultat dieser fast unaufhörlich scheinenden Abwärtsspirale war unweigerlich, dass – wenn nicht von den Verantwortlichen selbst – von den lokalen Medien und wohl auch von nicht wenigen Anhängern aus dem Umfeld die Position von Trainer Kai-Uwe Pekrul zunehmend zur Dis-Position gestellt wurde. Sonntäglicher Husarenstreich in Oberfranken: Binnen Wochenfrist vermochte die “KUP”-Truppe die sicher nicht leistungsförderliche und alleine schon rein ergebnishalber einfach nicht wegzuleugnende äußere Diskussion um die Person ihres Coaches mit einem eindrucksvollen und defensivtaktisch geschickten 21:26-Auswärtssieg gerade bei der drittligaerfahrenen Reserve des nunmehrigen Erstligaaufsteigers HSC Coburg letztlich doch überraschend zu beenden, der Erfolgszeiger schien für die scheinbar schon wieder fluglahm gewordenen Adler erneut Richtung Aufschwung zu zeigen. Die Vorankündigung für das nächste anstehende Heimspiel gegen “Brooklyn United”, bürgerlich TV Erlangen-Bruck, war bereits in Arbeit – gleichwohl sollte es in der altgedienten Coburger Grenzschutzhalle die letzte Partie in dieser historischen Spielzeit gewesen zu sein, abrupt mussten die Adler aufgrund hinlänglich bekannter Umstände mit ihrem jetzt möglich erscheinenden neuen Höhenflug am Boden verharren.

Die Saisonbilanz für die “Mitbewerber”: Als Überraschungsmannschaft der Spielzeit 2019/2020 darf wohl die tabellarisch lange Zeit voranmarschierende, torhungrige TG Landshut angesprochen werden, als Enttäuschung der Saison sicherlich der anfangs hoch gehandelte, schlußendlich gerade einmal kurz vor den (nominellen) Abstiegsrängen rangierende TSV Friedberg. Bitter für den bei Saisonabbruch erstplatzierten Haspo Bayreuth: Durch die vom Verband angewendete Quotientenregelung zur Klärung der Endplatzierung – und damit auch der Aufstiegsfrage – musste man den zweitplatzierten VfL Günzburg trotz eines Pluspunkts mehr (jedoch bei einem absolvierten Spiel weniger) noch knapp Richtung Aufstiegsplatz für die 3. Liga an sich vorbeiziehen lassen. Profiteure der vom Verband (ligaübergreifend) festgelegten Nicht-Abstiegsregelung sind natürlich die zum Shutdown bereits hoffnungslos abgeschlagene Fürstenfeldbrucker Reserve sowie die am letzten 18. Spieltag nicht viel besser dastehende “Zweite” der DJK Rimpar und die “Löwen” des SV Anzing – baldiges Wiedersehen mit den Adlern damit inklusive.

Es gewinnt immer die ganze Mannschaft und es verliert immer die ganze Mannschaft. Dieser ewigen Wahrheit ungeachtet kommt man dennoch nicht umhin, die (Angriff- wie Abwehr-)Leistungen von Führungsspieler Konstantin Singwald exponiert zu würdigen und ihn ruhigen Gewissens und ohne ungebührliche Hintenanstellung seiner Teamkollegen zum Adler-Spieler der “Corona”-Saison zu erklären. Von der wachsamen Konkurrenz fraglos mit begehrlichen Argusaugen beobachtet wird es für die sportliche Leitung an der Alfons-Auer-Straße wohl nicht einfach sein, einen der unstrittig besten Spieler der Bayernliga auch weiterhin im weinroten Trikot auflaufen zu sehen. Auch Linksaußen, Konterspezialist und 7m-Schütze vom Dienst Valentin Deml wusste mit etlichen starken Auftritten nahezu konstant zu überzeugen. Nicht von ungefähr finden sich Singwald wie Deml unter den Top 10 der abschließenden Torjägerliste der Liga wieder. Der sportliche “Output” fast aller anderen Kaderspieler hingegen sah sich immer wieder durch ein regelmäßiges Wechselspiel von Licht und Schatten charakterisiert, wobei individuell zweifellos durchweg vorhandenes Potential bisweilen leider einfach zu wenig effizient ins Spielgeschehen umgesetzt werden konnte.

Adlerhorst – Adlerhölle? Zuschauerzuspruch wie Support von den Rängen blieben bei den vorangegangenen Heimspielen letztlich bedauerlicherweise doch überschaubar und lassen den Regensburger Handballfans für kommende Spielzeit noch genügend Luft nach oben. 😉 Teilweise hatten Landesliga-Partien vorangegangener Spielzeiten größere Besucherzahlen und bessere Unterstützung der eigenen Mannschaft vorzuweisen als etliche Heimspiele dieser unseligen “Corona-Saison” 2019/2020. Vornehmlich ja als städtische Berufsschul-Turnhalle konzipiert ist die Kerschensteiner-Halle a priori auf keinen Besuch von 300 Besuchern plus ausgelegt – demungeachtet wird von den Regensburg Adler an der Alfons-Auer-Straße seit 2 Spielzeiten respektabler Handballsport in der höchsten bayerischen Spielklasse geboten – und das zu bestimmt fairem Eintritts- wie Bierpreis. Noch vor nicht wenigen Jahren hätte vielleicht noch der eine oder andere heimische Handballfan auch einen hohen Eintrittspreis dafür bezahlt, nach einer gefühlten Ewigkeit wieder Spiele der Herren-Oberliga hier in Regensburg live zu sehen zu bekommen. 😉

Torverhältnis (fast) pari – 465 erzielte (8. Platz) und 468 bekommene Treffer (7. Platz) siedeln die Regensburg Adler beide Male wie auch insgesamt folgerichtig im Niemandsland der Tabelle an (7. Platz). Trotz immer wieder einmal starkem Mittelblock: Bei näherer Betrachtung des “saison”übergreifenden Defensivverhaltens werden insbesondere zu viele allzu leicht erzielte Rückraumtreffer der Gegner deutlich. Ungestört herankommen lassen, beim Hochsteigen fasziniert zusehen und drin war er. Wenn dann auch noch die Torhüter nicht ihren besten Tag erwischt hatten, bescherte man selbst leistungsmäßig eigentlich unterlegenen Kontrahenden damit immer wieder gerne entgegengenommene Geschenke – welche sich in der Endabrechnung enger Matches dann auch wiederholt bitter rächten. Tore, die ich hinten nicht bekomme, muss ich vorne nicht machen – Haspo Bayreuth lässt grüßen. Insofern wäre die Einübung weiterer, offensiverer Deckungssysteme als häufig nur zaghaftes 6-0 und asymmetrisches 5-1 zweifellos eine ernsthafte Überlegung für die nähere Zukunft wert. Geschenke die Zweite: Abstreiter, Bandlow, Saborowski & Co.- der vielleicht schon wieder zu selbstbewusste Verzicht auf (von Anpfiff an erfolgende) Kurzdeckung bekannt spieltragender gegnerischer Akteuere machte es dem einen oder anderen Kontrahenden zudem nicht schwerer, sein gewohntes Spiel erfolgreich abzuspulen. Geschenke die Dritte: Die Vorliebe der Adler-Bank den Torhüter zugunsten eines weiteren Feldspielers herauszunehmen erwies sich mehrfach als buchstäblich nach hinten ins verwaiste Tor losgehender Schuss, zumal die solchermaßen aufgestockten Adler-Angreifer dabei fast nie ein Überzahl-Erfolgserlebnis vorzuweisen hatten. Trauriger Höhepunkt dieser “trendigen” Maßnahme war die wesentlich mit hierauf beruhende 27:28 Heimpleite gegen Tabellenschlusslicht Fürstenfeldbruck II mit nicht weniger als unglaublichen 6 Empty-Net-Gegentreffern. Geschenke die Vierte: Spiele ohne Fehlleistungen sind freilich Fiktion, jedoch darf bei der Pekrul-Truppe nebenher auch das oft unverhältnismäßige Auslassen “freier” Wurfchancen sowie die nicht weniger ins Auge stechende häufige Unzahl technischer Fehler künftig sehr gerne stark reduziert werden.

Ein mikroskopisch winziger Unsympath namens Sars-CoV-2 bedeutete diesen April dann auch für das Oberhaus des bayerischen Herrenhandballs den endgültigen Shutdown. Vom DHB noch Anfang März zunächst nur als Aussetzung des Spielbetriebs empfohlen kommt der BHV in seinem Rundschreiben vom 14. und 23. April einer weiteren Empfehlung des DHB-Präsidiums vom 3. April für die Landesverbände nach und gibt das coronabedingte vorzeitige Ende der Saison 2019/2020 im Freistaat bekannt. Um sportliche Klarheit für die Vereine (freilich nicht nur in der Bayernliga) zu schaffen kam von Verbandsseite ein neues Instrument für eine finale Spielewertung zur Anwendung: Anhand einer festgelegten Quotientenregelung (bis dahin jeweils erreichte Punktzahl geteilt durch die Anzahl der bis dahin absolvierten Spiele x 100) heißt der Aufsteiger in die 3. Liga Süd demnach VfL Günzburg, auf Regelabsteiger wurde (ligaübergreifend) verzichtet, eine Ausnahme machen hier Teams wie die bereits vorzeitig (Mitte Januar) freiwillig aus der Bayernliga zurückgezogenen “Hätzfelder Bullen” der TG Heidingsfeld aus Würzburg. Aufgrund der hiermit verbundenen Entscheidung sind (Stand heute) die beiden – gleichfalls über o.g. Quotientenregelung ermittelten – Tabellenersten ASV Cham (LL Nord) und TSV Haunstetten (LL Süd) direkt für die (wann jetzt konkret auch immer beginnende) kommende Bayernliga-Spielzeit qualifiziert. Gleiches gilt für beide (!) nominelle Releganten, den TV Roßtal aus der Landesliga Nord sowie den SV Eichenauer SV aus der Landesliga Süd. Dies wiederum verheißt bzw. verhieße der nächsten Bayernliga-Zusammensetzung dann insgesamt 17 Mannschaften, da auch auf Absteiger aus der 3. Liga verzichtet wurde. Hätte diese Entscheidung dann auch weiterhin so Bestand, stünden den Regensburg Adler damit schon einmal zwei sicherlich heiß umkämpfte Lokalderbys mit dem alten Oberpfalzrivalen ASV Cham ins Haus, welcher nach einer gefühlten Ewigkeit recht souverän wieder die Rückkehr ins bayerische Oberhaus schaffte. Um anzahlmäßig künftig zu alter Ligastärke zurückzufinden, dürfte in der Spielzeit 2020/2021 kompensierend ein verschärfter Abstieg greifen. Wenn auch nach wie vor von zahlreichen Konjunktiven belastet, fest steht: Die nächste Bayernliga-Saison kommt – und definitiv wieder mit zuhause wie auswärts erfolgshungrig aufsteigenden Regensburg Adler!

Die (endgültigen) Saisonabschlusstabellen aller bayerischen Mannschaften (unterhalb der 3. Liga) für die Spielzeit 2019/2020 finden sich unter https://www.bhv-online.de/verband/spielbetrieb/saisonabschluss-2019/2020.html

Kriterien zur ligaübergreifenden Quotientenberechnung s. https://www.bhv-online.de/verband/spielbetrieb/saisonabschluss-2019/2020.html

Schon Hermann Hesse war sich sicher: “Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, …” Zu welchem genauen Anfangszeitpunkt jetzt dann auch immer – die Adler samt Verantwortlichen freuen sich jetzt schon ganz narrisch darauf, ihre bisherigen und gerne auch neuen Fans wieder im vertrauten Adlerhorst der Kerschensteiner Halle zur zweifellos attraktiven neuen Bayernliga-Saison recht zahlreich begrüßen zu dürfen – ohne “Bankräuber”maske und Mindestabstand. Möglichst mit hoher Reproduktionszahl: Vom Virus Handball infiziert worden zu sein soll Expertenmeinungen zufolge bis dato noch niemandem abträglich gewesen sein. Und ganz wichtig: Für den Bierpreis in der Halle ist künftig kein Corona-Aufschlag geplant! 😉

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