post

Verdienter 26:21 Sieg in Coburg II

Spielbericht HSC Coburg II – Adler
Ein 21:26 (10:8) Sieg!! Der Wille und die taktische Einstellung brachte die Wende in der zweiten Halbzeit. Geschlossene Mannschaftsleistung mit einen überragenden Maximilian Lotter (42% Saves) brachten den Auswärtssieg in Coburg.

Adler nehmen BGS-Veste ein
21 Gegentore – mit dieser Abwehrleistung verliert man in fremder Halle nicht so schnell. Folgerichtig konnten sich so auch die Regensburg Adler nach ihrem überraschend klaren 21:26 Erfolg in Coburg mit 2 wertvollen Auswärtspunkten in ihren Fängen entspannt auf den Heimflug machen. Manche Gegner liegen einem offenbar: Angesichts der zuletzt gezeigten Leistungen eher mit gemischten Gefühlen zu der starken Zweitliga-Reserve nach Oberfranken gefahren, konnte der Bayernligist von der Donau gegen diesen Kontrahenden schließlich erneut beide Zähler auf sein Habenkonto verbuchen. Inzwischen mit 5 Punkten Rückstand gegenüber Ligaprimus Günzburg auf den 5. Tabellenplatz zurückgefallen kann der vor Saisonbeginn hoch gehandelte Drittligaabsteiger aus Coburg seine Rückkehrhoffnungen eine Etage höher damit bereits jetzt schon fast begraben.

Ein Spiel, zwei grundverschiedene Hälften
Zur Halbzeitsirene noch mit 2 Toren in Rückstand, am Ende der Partie mit 5 Treffern vorne – dieser aus Adler-Sicht doch widersprüchliche Spielverlauf hatte letztlich mehrere Gründe. Vom deutlicher stärkeren Adler-Auftritt nach der Pause zusehends verunsichert und Fahrkarten in Serie werfend kamen die gelb-schwarzen Hausherren in Halbzeit 2 nurmehr zu 8 zählbaren Erfolgserlebnisssen. Ohne jetzt einem Statistikhype das Wort reden zu wollen – aber unter 10 Toren pro Halbzeit wird kaum ein Bayernligist das Spielfeld am Ende noch mit 2 Punkten in der Hand das Spielfeld verlassen. Bayureuth hatte in der Vorrunde bei den Regensburg Adlern noch das Glück (und wohl auch Geschick) trotz mageren 9 Toren zur Pause am Ende sogar noch einen Punkt aus der Fremde mitzunehmen – die absolute Ausnahme allerdings. Beide Kontrahenden agierten defensiv mit einer durchaus ähnlichen Strategie: Dem mutmaßlich gefährlichsten Werfer des Gegners (Singwald/Adler, Wolf/Coburg – beide RL) wurde ein persönlicher “Betreuer” auf die Füße gestellt, der jeweils andere Halbspieler meist leicht vorgezogen gedeckt. Beide Seiten wussten demnach alleine aus schmerzlicher Hinspielerfahrung bestens, wer vom Gegenüber da jeweils besonderer Betreuung bedurfte – hüben wie drüben allerdings nur bedingt fruchtend. Trotz Sonderbewachung sollten dem Coburger Wurfriesen Wolf in der Folge 8 Tore (davon freilich auch 4 Siebenmeter) gelingen, Regensburgs Singwald deren sogar 9 (samt und sonders Feldtore). Natürlich stünde beiderseits das Gegenargument im Raum: “Und wenn man sie gar nicht kurzgedeckt hätte?”. Eine Frage der jeweiligen Manndeckerqualität bzw. hinreichender Einübung dieser Defensivvariante vielleicht? Wie auch immer. Tags zuvor gelangen in der ESV-Halle Pforzheims agiler Tormaschine Kolasinac trotz ständiger Kurzdeckung immerhin auch noch 4 Feldtore.

Regensburgs böhmischer Kreis-“Königstransfer” Jakub Sira hatte die Ehre, nach Bodenpass von Meyer den ersten Treffer der Partie an die Anzeigentafel zu bringen. Meist legte in der Folge Coburg ein Tor vor, Regensburg egalisierte fast immer postwendend und konnte durch einen Singwald-Treffer zwischenzeitlich sogar mit 1:2 kurz in Führung gehen. Via strammem Unterarmwurf sollte Steffan Meyer mit seinem einzigen Treffer (7:8, 26. Minute) seine Adler an diesem Tag das zweite und letzte Mal in Spielhälfte 1 in Führung bringen. Obgleich immer wieder vorlegend, gelang es den “kleinen Coburgern” dennoch nie wirklichen Abstand zwischen sich und den Adlern herzustellen. Die letzten 3 Tore vor der Pause sollten dann aber doch dem Gastgeber vorbehalten bleiben, wobei Coburg-Keeper Apfel bei strafzeitbedingt herausgenommenem Adler-Torwart mit der Halbzeitsirene bequem zum 10:8 ins leere Gästetor einwerfen konnte. Eigentlich recht gut mitgehalten, gegen Ende zu allerdings wieder leicht geschwächelt konnte somit das Regensburger Fazit für den ersten Durchgang lauten. Zweifellos mitentscheidend für den, dem Spielverlauf nach völlig unnötigen, Pausenrückstand war, dass in diesen ersten 30 Minuten doch etliche Freistehende zuviel gegen Coburgs, zumal aus der Kurzdistanz überzeugenden, Keeper Apfel recht fahrlässig “versemmelt” wurden. In der Gewissheit, den weinroten Urhebern dadurch selbst ausreichend Ärger bereit zu haben, sei an dieser Stelle großmütig darauf verzichtet, die Namen der einschlägigen “Adler-Sünder” hier im Einzelnen anzuführen. Neue Halbzeit, neues Glück? Tatsächlich sah das Drehbuch am Sonntag dann dies für die Adler in den zweiten 30 Minuten vor. Zu Wiederbeginn der Partie schienen beinahe wie verwandelt wirkende, deutlich konzentrierter zu Werke gehende Weinrote aus der Kabine herausgekommen zu sein. Ein cleverer Steal von Steffan Meyer mit daraus resultierendem Gegenstoßtor von Marwin Wunder zum schnellen 10:9-Anschlusstreffer sollte geradezu symbolträchtig für den weiteren Spielverlauf sein. Die klar präsentere und spielbestimmende Truppe am weiteren Sonntagnachmittag war nun eindeutig diejenige der Donaustädter. Rasch konnten sich die Greifvögel aus der Domstadt in der engen BGS-Halle nach einem weiteren Treffer zum Gleichstand unmittelbar danach auf 10:12, 11:15 und 12:17 (42. Minute) absetzen. Coburgs Bank hatte bereits zu Beginn der 2. Spielhälfte die zweite Kurzdeckung nun auf Mittelmann Meyer hinbeordert. Die sich verwundert ihre Augen reibenden Oberfranken konnten sich von diesem in den ersten 12 Minuten nach Wiederbeginn konsequent immer weiter herausgeworfenen Adler-Vorwurf bis zum Schluss nicht mehr erholen. Auch ein Torwartwechsel auf Coburger Seite sollte daran nichts mehr ändern. Schnell für klare Verhältnisse gesorgt: Bereits ab Lukas Heinles Treffer zum 12:16 (41. Minute) vermochten die zunehmend entmutigt wirkenden Spieler in Gelb und Schwarz bis Spielende nie mehr weiter als bis auf 4 Tore zu verkürzen. Nicht unwesentlich den Coburgern mit den Zahn zu ziehen vermochten dabei alle 5 von Valentin Deml sicher verwandelten 7m. Ende eines Fluchs?: Im Saisonverlauf auf Adler-Seite immer wieder zu beobachten bieb ein nicht selten erschreckender Leistungsknick in den letzten 15 Spielminuten diesmal vollständig aus. Ganz im Gegenteil: Der deutliche Vorsprung wurde kontinuierlich gehalten, die Partie in Abwehr wie Angriff geradezu souverän zu Ende gespielt. Während der letzten 5 Minuten gelang es den Spielern in Weinrot sogar zweimal einen 6-Tore-Vorsprung herauszuwerfen, nurmehr unwesentlich abgeschwächt von Coburgs Verkürzen zum Endresultat von 21:26 in der Schlussminute. Gegenüber 10:8 Toren in Halbzeit 1 machte und tat die Coburg-Reserve in den zweiten 30 Minuten freilich ebenso nach Kräften, jedoch sollten den Hausherren in der BGS-Halle dann nurmehr 9 Treffer beschieden sein – bei 16 Gegentreffern jetzt ungleich effizienter auftrumpfender Adler.

Revanche missglückt – Gastgeber ratlos
Coburg konnte vor ca. 150 Zuschauern der – im Vorfeld berechtigt – selbst angenommenen Favoritenrolle schließlich dann doch nicht gerecht werden. Ab der 2. Halbzeit dann doch zu dominant war hierfür das selbstbewusste und energisch nachsetzende Auftreten des geflügelten Gastes vom nördlichsten Punkt der Donau. Ratlosigkeit und Anerkennung – diese beiden Schlagworte charakterisieren letztlich auch den merklich frustrierten Spielbericht von Coburger Seite. Ratlosigkeit was die so nicht erwartet letztlich doch schwache eigene Leistung betrifft, Anerkennung gegenüber der überzeugenden Vorstellung eines an diesem Märzsonntag einfach besseren Gegners. Zu großes Selbstvertrauen, taktische Fehleinschätzung, übergroße Fehlerquote?: Der überraschende unzulängliche Coburger Manndeckung von Konstantin Singwald spielte dem Adler-Angriff dabei selbstverständlich hervorragend in die Karten. Mit “gefühlt jeden Wurf verwandelt” attestiert Gastgeber-Coach Riehn dem Ex-Coburger und nunmehrigen Regensburger Topscorer Singwald dann auch eine (wiederum) beeindruckende Wurfperformance. Übrig hatte Riehn hierbei auch ein Extralob für die an diesem Sonntagnachmittag äußerst starke Torwartleistung von Max Lotter, welcher insbesondere von den Außenpositionen die Spieler in Gelb-Schwarz schier zur Verzweiflung brachte. Von Coburger Seite als Hauptübel für die unerwartete Heimniederlage solchermaßen ausgemacht werden zu wenige abwehrstarke eigene Spieler (?) sowie eine fehlende taktische Antwort im Angriff letztlich doch nicht ganz der am Sonntag auch über weite Strecken einfach überzeugenden Gästeleistung gerecht. Zudem gab für den Spielverlauf in der engen BGS-Halle wohl auch ein qualitativ breiter besetzter Kader (trotz 9 Singwald-Toren) des Regensburger Gastes am Ende nicht unwesentlich mit den Ausschlag. Manko des Coburger Angriffsspiels schien auch im Rückspiel wieder die letztlich doch allzu große Abhängigkeit von der Wurfausbeute der beiden Hauptwerfer Wolf (8 Tore) und Mustafic (4 Tore). Vom Rest kam nicht wirklich viel: Am Sonntag in der BGS-Halle erwarfen die übrigen Coburger zusammen lediglich noch 9 Tore – einfach zu wenig, um einem gut aufgelegten Gegner mit noch besser aufgelegtem Keeper dahinter, wie diesmal die Regensburg Adler, wirklich Paroli bieten zu können. Bereits im Hinspiel an der Alfons-Auer-Straße zeichneten Wolf und Mustafic für das Gros der insgesamt 24 Tore verantwortlich. Natürlich ist die sehr schmale Torquote des Gastgebers auch wesentlich einer am Sonntag ungewöhnlich überzeugenden Gesamt-Defensivleistung ihres Gegners aus der Domstadt geschuldet – vermutlich seiner besten diese Saison bislang.

Auch die ungewohnte sonntagnachmittagliche Spielansetzung konnte also nicht dazu beitragen, auch in Coburg den zuvor doch steilen Adler-Sinkflug fortzusetzen. Dem Tierreich womöglich anpasst haben die meisten zweibeinigen Adler zur Standard-Spielzeit um 19 Uhr hingegen schon oft vorzeitig in den Ruhemodus geschaltet (?). Anderer Gegner, anderes Spiel: Ob man mit einem ähnlich überzeugenden Auftritt vor Wochenfrist dem (am Samstag zuhause wieder klar verlierenden) Tabellenvorletzten Fürstenfeldbruck auch nur ansatzweise eine Chance gelassen hätte, bleibt letztenendes freilich spekulativ. Großzügig eingegrenzt liest sich die Adler-Bilanz aus den letzten 3 Spielen damit gleich wieder freundlicher: 2 (Auswärts)Siegen steht nur eine Niederlage gegenüber – die kassierte man allerdings zuhause gegen den Tabellenletzten.

Den bereits etwas in die Jahre gekommenen Regensburger Handballfan erinnerten die etwas trist anmutende Atmosphäre und spartanische Optik der engen, großbefensterten Coburger BGS-Halle – vielleicht nicht von ungefähr – an die funktionell gehaltene Sporthalle der (ehemaligen) Regensburger Zeiss-Kaserne, früher lange Jahre (notgedrungene) Heimspielstätte der von jeher im Kasernenviertel beheimateten Sportclub-Handballer – Ausweis vorzeigen am Wachposten inklusive.

Nach der überzeugenden Einnahme der Coburger Handballveste darf kommenden Samstag der heimische Adlerhorst natürlich nicht gleich selbst wieder zur Beute des zweifellos punktehungrig anreisenden anderen Drittligaabsteigers, “Brooklyn United” aus Erlangen werden. Glückskind Handball: In diesem speziellen Fall wenigstens, sieht das Maximilianeum doch aktuell eine gnadenlose Corona-Deckelung ab 1000 Zuschauern vor und beträgt das Fassungsvermögen des Kerschensteiner-Horstes zugleich halt allenfalls 350 Besucher. 😎

Die Torschützden waren:

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in News. Setzen Sie ein Lesezeichen für den Link.