post

Der wahre Coburg – Vorbericht

Den Spielbericht präsentiert euch diesmal unser Sponsor, BRAUEREI BISCHOFSHOF euer kompetenter Spezialist für echtes Bier!

Vorbericht HSC Coburg II – Regensburg Adler Bayernliga am 08.03.2020 um 16 Uhr

Coburg sinnt auf Revanche
Der zweite Sonntag der Fastenzeit beschert den Ballwerfern der Regensburg Adler einen Ausflug ins nördlichste Bayern, welcher es sportlich in sich hat. Mit dem HSC Coburg II erwartet der momentan Tabellenvierte die mittlerweile nur noch hauchdünn Platz 8 behauptenden Domstädter. Die Hausherren werden sicherlich alles in die Waagschale werfen, um die Punkte “daham” in Oberfranken zu behalten. Im Falle einer Niederlage würden die ambitionierten Gelb-Schwarzen mit ziemlicher Sicherheit weiteren Anschluss Richtung Aufstiegsplatz verlieren – zumal ihnen die vergangenen Spieltage nicht nur Erfolgserlebnisse bescherten. 4 Siege, 2 Niederlagen – so lautet die durchwachsene Bilanz der qualitätvoll bestückten Zweitliga-Reserve für das bisherige Kalenderjahr. Auch zu Hause zeigte man sich in der BGS-Halle gerade in den letzten Partien immer wieder auch verwundbar – aktuell eine Heimmacht mit Abstrichen demnach. Mit dem Gastspiel beim HSC Coburg II (Anwurf 16 Uhr) müssen die Adler folglich zum dritten Mal hintereinander gegen eine Reservemannschaft antreten – hiervon die klar stärkste allerdings. Ein kleiner Vorteil für die Adler?: Mitbedingt durch den zwischenzeitlichen Heidingsfelder Rückzug musste die zweite Garnitur des HSC Coburg 2000 drei Wochen lang zwangspausieren und greift erst diesen Sonntag wieder ins Ligageschehen ein. Vollzahler können in Coburg Bayernliga-Handball übrigens für vorbildhafte 😉 5€ pro Nase live miterleben.
In unguter Erinnerung: Beim letztlich hart erkämpften Heimsieg im Hinspiel (25:24) machten vor allem zwei Coburger Akteure der Adler-Abwehr schwer zu schaffen: Die beiden vorwiegends auf Halblinks agierenden Andreas Wolf und Mittelmann Dino Mustafic. Waren die knallharten Sprungwürfe des gefühlten 2m-Manns Wolf kaum zu verteidigen, so bereiteten die explosiven Aktionen des gerade 18-jährigen Nachwuchshoffnung Mustafic in der Kerscheinsteiner Halle ebenso über 60 Minuten hinweg gewaltige Probleme. Dass Wolf mit derzeit 81 Treffern Platz 9 der aktuellen Bayernliga-Torschützenliste belegt, Mustafic mit deren 62 hier Rang 27, ist für kommenden Sonntag bereits per se Warnung genug. Der wurfgewaltige Rückraum wird es wohl demnach auch wieder im Rückspiel am Fuß der Veste sein, den es für den Gast aus Regensburg vorrangig zu kontrollieren gilt. Eine kurze Deckung für einen der beiden Coburger Hauptwerfer dürfte deshalb wohl auch im taktischen Portfolio der Adler-Bank ihren Platz haben – Realisierung: schaun ma mal. Zu allem Überfluss scheint der Gastgeber sich auch seines Gedächtnisses zu bedienen und sinnt seiner Homepage zufolge auf “Revanche gegen Regensburg” – na sauber! An gleicher Stelle erfolgt eine Einschätzung der anfliegenden Adler als ursprünglichem Titelmitanwärter, welcher zuletzt jedoch “zu oft schwächelte” und “etwas lädiert” zu sein scheint – zumal nach der letzten, neuerlichen Heimniederlage gegen den Tabellenletzten Fürstenfeldbruck II. Keine Frage: Man rechnet sich in Oberfranken am Sonntag gegen den zuletzt arg gerupften Gast aus der Oberpfalz einiges aus.

HSC Coburg II im Schnellcheck
Nur knapp abgestiegen: Seinen derzeitigen Platz in der Bayernliga “verdankt” das Perspektivteam des HSC Coburg dem 14. Tabellenplatz in der Endabrechnung der 3.-Liga-Südstaffel in der Saison 2019/2020. Tabellarisch der “beste” Absteiger demnach, welcher trotz 17 Pluspunkten seinen Platz in der begehrten Dritte Liga räumen musste. Grund genug in Coburg einen schnellstmögliche Rückkehr der Reserve in die dritthöchste deutsche Spielklasse anzustreben. Bislang läuft es in der Bayernliga allerdings noch nicht so ganz nach Wunsch für die gegenüber der Drittliga-Vorsaison … verstärkte “Zwoate” aus Oberfranken, lediglich Platz 4 (mit 5 Niederlagen und 1 Unentscheiden) steht hier bis dato auf dem Zettel – zweifellos zu wenig für einen ehrgeizigen Aufstiegsaspiranten. Im erfolgreichsten Saison des Coburger Handballs 2015/2016 gelang der 2. Mannschaft der Aufstieg in die dritthöchste Spielklasse (Staffel Ost), aus welcher man sich dann vergangene Spielzeit als Drittletzter verabschieden musste. Dem Kader der Zweitliga-Mannschaft gehören nominell die Reservisten RM Preller sowie TW Apfel an, kommen dort jedoch fast nie zum Einsatz, was umgekehrt auch für Unterstützung von der “Ersten” nach unten zu gilt. Zumindest in dieser Hinsicht muss man von Adler-Seite wohl wenig Bedenken tragen, am Sonntag in der altgedienten Bundesgrenzschutz-Halle personell böse überrascht zu werden. “Aber ma woaß ned” – eine mögliche “Wundertüte” sind Reservemannschaften in dieser Hinsicht freilich immer.

Ort und Verein im Kurzportrait
Bis zur Wiedervereinigung lange Zeit strukturschwaches Grenzland, “Zonenrandgebiet”, befindet sich Coburg “irgendwo dort oben” im nördlichsten Zipfel Bayerns unmittelbar an der Grenze zum Thüringer Wald, dabei südlich begrenzt vom oberen Maintal. Quasi im Mittelpunkt eine Städtedreiecks platziert ist Coburg mit ca. 80 – 90 km etwa gleichweit von Würzburg, Erfurt und Erlangen/Nürnberg entfernt. Bis heute gleichwohl von allzu vielen Positivmeldungen “verschont” macht das Coburger Land, wie Oberfranken insgesamt, nach dem Wegfall der Zonenrandförderung eher von Einwohnerflucht von sich reden als von wirtschaftlichem Aufschwung. Bedeutendste wirtschaftliche “Marke” und weitaus größter Arbeitgeber der Stadt ist der deutschlandweit bekannte Generalversicherer HUK Coburg – nebenher Hauptsponsor des HSC Coburg 2000.
Ausgehend von der Christianisierung Thüringens und Frankens gehörte das Gebiet um das heutige Coburg ab Ende des 8. Jahrhunderts zum besitzreichen Bistum Würzburg. 1056 – in diesem Jahr findet Coburg erstmalige Erwähnung innerhalb einer Schenkungsurkunde, ausgestellt von Polenkönigin Richeza an den Kölner Erzbischof Anno von Köln über das um Coburg herum gelegene Land. Anno 1331 wurde Coburg von Kaiser Ludwig dem Bayern das Stadtrecht samt dem Privileg eigener Gerichtsbarkeit verliehen. Bereits im 16. Jahrhundert Anfang des 19. Jahrhunderts sollte Herzog Ernst I. mit der Anlegung des Schlossplatzes Coburg zu einer neuerlichen, letzten Blüte verhelfen. 1918 schließlich sollte auch in Coburg die (herzögliche) Monarchie ihr Ende finden. Konkurrenzloses Highlight der Stadt in puncto Sehenswürdigkeiten ist natürlich die 170 m das Stadtbild überragende, mächtige Veste, 1530 sogar halbjähriger Zufluchtsort Martin Luthers während der über ihn verhängten Reichsacht. Anfang des 13. erstmals urkundlich erwähnt erfolgte im 17. Jahrhundert durch einen 3-fach-Mauerring der Ausbau der Landesfestung – daher der Name Veste. Heute beherbergt diese als eine der größten zusammenhängenden Burganlagen Deutschland die die (ehemals herzöglichen) Kunstsammlungen der Veste Coburg. Als markant hinterlegte Silhouette ziert die Veste dann auch prägend das in den Vereins- wie Stadtfarben Gelb und Schwarz gehaltene Coburger Vereinswappen. Ab 1586 wurde Coburg Hauptsitz und Residenz eines, wenn auch kleinen, selbstständigen Fürstentums: Sachsen-Coburg. Aus diesem sollte im 19. Jahrhundert Prinz Albert, Gemahl der englischen Königin und epochemachenden Weltreichregentin Victoria, hervorgegangen sein. Sein Denkmal repräsentiert den Mittelpunkt des Coburger Marktes. Zudem einen Besuch wert ist der am Fuße des Festungsbergs gelegene Schlossplatz mit seinen in verschiedenen Stilepochen von Renaissance bis Neugotik entstammenden Prunkbauten: Fürstliches Hoftheater (heute Landestheater Coburg), Residenzschloss Ehrenburg, Hofgarten mit Arcaden sowie Palais Edinburgh. Durchflossen wird das Stadtgebiet vom Flüsschen Itz, welches gleichwohl 20 Brücken für sich in Coburg beansprucht. Gegenwärtig (Stand Dezember 2018) ist Coburg Wohnsitz und Heimat von knapp über 41 000 Einwohnern.
Umso wichtiger ist es für das gesamte – de facto immer noch – Grenzlandgebiet mit dem gegenwärtigen sportlichen Erfolg der Zweitliga-Handballern des HSC Coburg zumindest auch noch ein sportliches Aushängeschild zu besitzen, welches den Namen der Stadt wie der gesamten Region weit über die Grenzen Bayerns hinaus trägt. Nicht von ungefähr besuchen die Zweitliga-Heimspiele des HSC in der über 3500 Plätze bietenden HUK Coburg Arena auch durchschnittlich über 2000 Zuschauer, mit die meisten in der 2. LigA. Derzeit Tabellenerster der 2. Bundesliga ist man beim HSC Coburg auf dem besten Weg sich ins (natürlich auch finanziell lukrative) Oberhaus des deutschen Handballs zu spielen. Bereits 2015/2016 war man dort angelangt, musste dieses aber bereits 2016/2017 als Tabellenletzter wieder schweren Herzens Richtung 2. Liga verlassen. Namentlich zum Leben erweckt wurde der Handball-Sportclub Coburg 2000 eben pünktlich zum Millennium als Fusion aus den beiden Coburger Vereinen HSG Coburg (selbst wieder entstanden aus dem TV 48 Coburg, dem TV Ketschendorf und der TS Coburg) und dem TV Neuses. Erinnerungen: Der TV Neuses verwehrte in den 90-ern dem damaligen ambitionierten Landesligsten TS Regensburg in der Aufstiegsrelegation den (erneuten) Weg in die Bayernliga. Trainer der RT war seinerzeit ein gewisser Vlado Stenzel. Seit der Bayernliga-Meisterschaft 20001/2002 spielt der HSC Coburg dabei immer mindestens in der 3. Liga(zuvor Regionalliga). Glück gehabt: Konkurrenz von Seiten des Fußballs oder Eishockeys ist, ähnlich Erlangen, für den Besucherzuspruch des Coburger Handballs freilich nicht zu befürchten.

Sollte man – angesichts der letzten Leistungen leider nicht ausgeschlossen – in Coburg erneut als Verlierer das Feld verlassen, könnten die Adler (bei gleichzeitigen Punktgewinnen der schärfsten Verfolger München und Friedberg) am Sonntagabend bis auf den 10. Tabellenplatz durchgereicht worden sein. Motivation wohl genug, um am Wochenende alles – und gerne auch mal noch etwas mehr 😉 – zu geben und nicht wieder gerupft den 200 km weiten Heimflug antreten zu müssen. Im Prinzip wünscht man sich von Adler-Trainer Kai-Uwe Pekrul am Sonntag nach Spielende nur zwei Worte: “Alles jut.”

Voraussichtliche Aufstellung der Teams:
Regensburg Adler

Adler 2019 / 2020

#SpielerPositionTore
3irlgerSteffan MeyerRückraum Mitte56
5gerTom WukaLinksaussen53
7gerMarwin WunderRechtsaussen57
8gerValentin DemlLinksaussen90
16gerMaximilian LotterTorwart1
17gerKonstantin SingwaldRückraum links94
22hunBence CsikiTorwart0
39gerDaniel MulitzeRückraum links4
44gerArmin KienerKreis, Rückraum links2
75czeŠíra JakubKreis38
77gerTobias StoiberLinksaussen22
96gerLukas HeinleRückraum links, Rückraum Mitte50
97gerStephan KlenkRückraum rechts21
99gerTim VasoldKreis6

HSC Coburg 2000 II

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in News. Setzen Sie ein Lesezeichen für den Link.