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Das Duell der Raubtiere, Adler gegen Panther

Fest eingeplanter Sieg, aber nicht ohne den nötigen Respekt
Dieses und kein anderes kann das ambitionierte Ziel der Regensburg Adler kommenden Samstag gegen (tabellenbereinigten) Vorletzten aus dem westlichen Münchner Speckgürtel sein. Gerade einmal erbärmliche 3 Pluspunkte weist das Konto der “kleinen Panther” nach bislang 17 Spieltagen auf. Bei ihrem letzten Spiel überraschte die scheinbar schon hoffnungslos abgeschlagene Brucker Drittliga-Reserve jedoch mit einem (noch dazu deutlichen) Auswärtssieg beim heimstarken TSV Friedberg (21:26). Bestimmt kein Grund also, auch diesen Gegner irgendwie zu unterschätzen! Dennoch: “1 Punkt würde notfalls auch passen.” darf hier einfach nicht Devise für den Gastgeber sein. Blamieren kann sich gerade in diesem Spiel einzig und alleine der Gastgeber. Eine mehr als undankbare Aufgabe also für die seit letztem Spieltag (Sieg in Rimpar) scheinbar wieder im Mini-Aufwind fliegenden Greifvögel von der Alfon-Auer-Straße.

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Der heutige Vorbericht Regensburg Adler- TuS Fürstenfeldbruck II wird Ihnen
präsentiert von BRAUEREI BISCHOFSHOF

 

Vorsicht Raubtiere! – Die Partie im Vorfeld
Ihr Upgrade Richtung Bayernliga erkämpfte sich die Brucker Reserve als LL-Süd-Vize bekanntlich erst in der Aufstiegrelegation gegen den Asv Cham. Vor Saisonbeginn allgemein meist deutlich stärker eingeschätzt leben die erst letzte Saison aus der Landesliga Süd aufgestiegenen “kleinen Panther” letztlich von der Wurfkraft ihrer regelmäßig eingesetzten Spieler aus dem erweiterten Drittliga-Kader. Allen voran wird hier auf Benedikt Hagitte – mit 76 Treffern aktuell immerhin 11. der Bayernliga-Torschützenliste – zu achten sein. Kaum weniger torgefährlich zeigen sich in der bisherigen Saison Noah Newel (51 Tore) sowie Ole Schwagerus (44 Tore). Herzstück des Brucker Angriffs ist dabei fraglos der wurfgewaltige Rückraum auf beiden wuchtig agierenden Halbpositionen, Benedikt Hagitte auf RR und Noah Newel auf RL. Die anderen Spieler arbeiten den Wurfgelegenheiten dieser beiden Königspositionen ganz unübersehbar zu, bei hier nicht gegebener Abschlussoption wird in der Folge meist das Kreisanspiel gesucht. Beim Geradezu-Sensationssieg in Friedberg ging die taktische Brucker Maßnahme, den Friedberger Spielmacher Riesenberger kurz gedeckt aus dem Spiel zu nehmen, letztlich voll auf. Alles andere als überraschend wäre aus Adlersicht demzufolge am Samstag eine Manndeckung von Beginn an auch für den heimischen Toptorschützen und (eigentlichen) Taktgeber Konstantin Singwald. Die Adler-Bank um Coach Kai-Uwe “KUP” Pekrul wird allerdings auf auch dieses zweifellos unangenehme Szenario bestens vorbereitet zu reagieren wissen.
Schwachpunkt 7m-Ausbeute? Die Statistik bescheinigt den “kleinen Panthern” mit 67,80 % die zweitschlechteste Liga-Bilanz vom Punkt (nur Rimpar ist hier noch erfolgloser, 64,91 %)- Max Lotter, Bence Csiki, habt ihr das gehört? 😉 Alleine schon der 20:27 Auswärtssieg der Adler in der renommierten Fürstenfeldbrucker Wittelsbacher-Halle im Hinspiel wird den Gästen genügend aufschlussreiche Information geliefert haben, wie die Adler auf der Platte so “ticken” und im Rückspiel am besten zu bekämpfen sind. Umgekehrt gilt freilich ganz genau dasselbe. Mit nur gut 140 km Anreise über die A93 in 1 1/2 Stunden, eine der kürzesten aller Ligakonkurrenten, können die “kleinen Panther” auch ohne alle Reisestrapazen und sofort bissbereit in der Kerschensteiner Halle an den Start gehen. Wer in der Nacht vom Freitag auf den Samstag draußen genau hinhört, kann vielleicht schon ein leises Fauchen aus Richtung Münchener Westen vernehmen.

Zweitschlechtster Angriff (382 Tore), zweitschwächste Abwehr (476 Tore) – diese rein numerisch sicher nicht beängstigende Bilanz von Fürstenfeldbruck II darf angesichts vieler doch relativ knapper Niederlagen nicht über das letztlich wohl größere Potential dieses tabellarischen “Underdogs” hinwegtäuschen. Größte Vorsicht scheint von Regensburger Seite deshalb unbedingt geboten – auch wenn man im direkten Vergleich zweifellos über den qualitativ breiter besetzten und sicherlich erfahreneren Kader verfügt. Zweckpessimismus trotzdem ein Danke: Der klare Favorit dieser Begegnung am Samstag heißt Regensburg Adler! Und mit angemessenem Selbstbewusstsein, nicht Überheblichkeit, in eine Partie gegangen zu sein, soll auch noch selten geschadet haben. 😉

Mit den Nachwuchs-Panthern des mutmaßlichen nächstjährigen Zweitligisten TuS Fürstenfeldbruck wartet im heimischen Adlerhorst Punkt 19 Uhr alleine schon deshalb eine extrem undankbare Aufgabe, als der Gast bereits zum jetzigen Zeitpunkt wohl als Fix-Absteiger zu handeln ist – und die Mannschaft aus eben diesem Grund völlig befreit in Regensburg aufspielen kann. Nichtsdestoweniger geht es für etliche Spieler der “kleinen Panther” auch in der Kerschensteiner- Halle darum, sich mit starken Leistungen in den restlichen Bayernliga-Spielen vielleicht doch noch für den nächsten Kader der “großen Panther” empfehlen zu können – und dort einen lukrativen Vertrag zu erhalten. Wohl kaum jemand erwartet “dahoam in FFB” trotz “Friedberg-Sensation” ernsthaft einen erneuten Auswärtscoup des Nachwuchsteams – leider noch ein Ansporn mehr für die “Reservler” sich am Samstag in Regensburg doppelt ins Zeug zu legen.

Fürstenfeldbruck – Ort und Verein im Stenogramm
Irgendwo gleich westlich von München- so dürfte wohl meist die (auch richtige) Antwort auf die genauere Lage des nächsten Heimspielgegners aus der Metropolregion München lauten. Die Große Kreisstadt (seit 2006) mit eigenem Landkreis Fürstenfeldbruck unmittelbar an der Grenze zum Regierungsbezirk Schwaben kann auf eine (mindestens) 800-jährige Geschichte zurückblicken. Die Brücke im Stadtwappen: Fürstenfeld und Bruck – diese beiden Teile trugen miteinander verschmolzen zum heutigen Namen bei. Fürstenfeld bezeichnet hierbei unverkennbar ehedem fürstliches Areal, hier konkret wittelsbachischen Grundbesitz, auf welchem 1263 das bedeutende Zisterzienserkloster Fürstenfeld gegründet wurde. Bruck ist Name der unmittelbar benachbarten und bereits zuvor gegründeten Siedlung an einer Brücke zur Amper, im Mittelalter höchst einträgliche Zollstation an der hier vorbeilaufenden Salzstraße. Im Jahr 1306 wird dem sich schnell vergrößernden Bruck das Marktrecht verliehen. Ab Mitte des 14. Jahrhunderts gingen Grundherrschaft und Besitzrechte von Bruck nach und nach an das Kloster Fürstenfeld über – die offizielle namentliche Verschmelzung beider Teilnahmen zum heutigem Fürstenfeldbruck sollte allerdings noch bis 1908 auf sich warten lassen. 1935 erfolgte die Erhebung des bisherigen Marktes zur Stadt. Neben dem ab 1700 neugebaut barockisierten und 1803 säkularisierten Zisterzienserkloster mit seinem spätbarocken Edelstein, der Klosterkirche Mariä Himmelfahrt, zählen vor allem noch einige weitere Kirchen unterschiedlicher Epochen (Klosterkirche St. Maria, St. Magdalena, St. Leonhard, Sankt Peter und Paul in Aich) zu den Sehenswürdigkeiten Fürstenfeldbrucks. Naturdenkmal inklusive: Zweifellos einen Besuch wert ist auch die bis zu 1000-jährig geschätzte “Edignalinde” im Stadtteil Puch, benannt nach einer der Legende zufolge im 11. Jahrhundert 35 Jahre lang im Innern des hohlen Baums lebenden Eremitin. Traurige internationale Bekanntheit erlangte Fürstenfeldbruck während der Olympiade 1972 mit der missglückten Geiselbefreiung auf dem dortigen Fliegerhorstgelände. Gegenwärtig zählt Fürstenfeldbruck knapp 37 000 Einwohner (Stand Dezember 2018), und ist dank mehrerer attraktiver Arbeits- und Ausbildungsplätze – so in der Zentrale der ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, der Coca-Cola AG, dem Klinikum Fürstenfeldbruck oder der Polizei-Fachhochschule – bereits seit Jahren integrativer Bestandteil des riesigen Zuzugsmagneten München.

Wie bereits beim letzte Gegner DKK Rimpar ist die 1. Handball-Herrenmannschaft des TuS Fürstenfeldbruck, die “Panther” Aushängeschild des gesamten Vereins – und definitiv auch nicht zu unterschätzender Werbeträger für den ganzen Ort. Beides dürfte kommende Saison eine nochmalige Steigerung erfahren, als die schwarzen Brucker “Panther” derzeit souverän die Tabelle der 3. Liga Süd anführen und als ganz heißer kommender Zweitligist zu handeln sind. Ist München in Sachen Leistungshandball (im Herren- wie im Damenbereich) vereinsmäßig schon viele Jahre “weg vom Fenster”, so heißt das Ziel vieler talentierter und ehrgeiziger Nachwuchsspieler aus dem Großraum München längst TuS Fürstenfeldbruck. Der Brucker Handball profitiert seit Jahrzehnten ganz enorm von diesem unentwegten “Zuzugsphänomen” aus der angrenzenden Millionenstadt an der Isar samt näherer und weiterer Peripherie (Trudering, Dachau, Unterhaching, Freising, Allach, Ismaning, Haunstetten, Friedberg). Dies spiegelt sich auch in der ungeachtet aller Münchner Fußball-, Basketball- und Eishockey-Konkurrenz (freilich nur vergleichsweise) üppig ausgestatteten Sponsorenlandschaft der westlichen München Vorstädter. Spricht für sich: Seit den 80er Jahren – damals lange noch Seite an Seite mit dem inzwischen in der sportlichen Versenkung verschwundenen großstädtischen Dauerrivalen TSV Trudering – sind die Handballer des TuS ohne Unterbrechung Stammgast in mindestens der vierthöchsten deutschen Spielklasse und bereits seit langem alleiniges Aushängeschild des höherklassigen Männerhandballs in Altbayern. Nach wie vor bekanntester Brucker Handballer dürfte der ehemalige, beim TuS bis 1990 aktive, nachmalige langjährige Erstliga-Kreisspieler Lars-Henrik Walther (2,03 m) sein. Vielleicht nicht unbedingt leistungsfördernd ist die unübersehbare mediale Vernachlässigung der 2. Mannschaft des TuS – so datieren deren letzte Spielberichte auf der Vereinsseite aus dem Jahr 2013 (!?). Gegenüber der alles überstrahlenden Berichterstattung zur 1. Mannschaft – und anscheinend auch nur auf diese fokussiert – intern also scheinbar nur sehr unzureichend wahrgenommen, nimmt es bei den “kleinen Panther” folglich wenig Wunder, sich aktuell als So-Gut-Wie-Absteiger am Tabellenende wiederzufinden. Schicksal fast aller Reserven: Regelmäßige überschaubare Zuschauerzahlen in der großen Fürstenfeldbrucker Wittelsbacher-Halle tragen hierbei wohl ein Übriges bei.

Auch kleine Panther können verdammt schmerzhaft zubeißen!
Definitiv kein Selbstläufer! Wirklich etwas zu verlieren hat der sicher nicht zu unterschätzende Gegner am Samstag nicht mehr und kann deshalb völlig befreit “drauflos” spielen – andererseits sollte man über einen Pflichtsieg der Gastgeber eben nun auch nicht diskutieren müssen. Nochmal: Eine für den Gastgeber demnach bereits psychologisch alles andere als einfache Ausgangsposition – denn: Der eigentliche Verlierer der Partie kann angesichts der Tabellenkonstellation letztlich immer nur Regensburg Adler heißen. Umso mehr ist am Samstag im Adlerhorst der Kerschensteiner Halle deshalb die lautstarke Unterstützung wieder möglichst zahlreich erscheinender Anhänger der Regensburg Adler nötig – dem fanatischen Support des Einzelnen sind dabei keine Grenzen gesetzt. 😉 Den Mini-Aufwind in eine Mini-Serie verwandeln – mit diesem Anspruch wird die Mannschaft am Samstagabend vor ihren Fans einlaufen.
Kein Sorge: Trotz eingeläuteter Fastenzeit stehen auch am Samstag wieder die bewährten Wurschtsemmeln und Würschtel bei der Carmen und der Micha gewohnt startklar am Verkaufsstand – Adler sind nun mal keine Vegetarier. 😉 Und wie immer zum Thema zeitgleiche Sportschau: Alle Tore der Fußball-Bundesliga (plus Abendspiel) sind auch diesmal wieder um 23 Uhr im Aktuellen Sportstudio in Ruhe fachmännisch zu begutachten.
19 Uhr, Treffpunkt Alfons-Auer-Straße – bis Samstag dann! 😉

Voraussichtliche Aufstellung der Teams:
Regensburg Adler

Adler 2019 / 2020

#SpielerPositionTore
3irlgerSteffan MeyerRückraum Mitte56
5gerTom WukaLinksaussen53
7gerMarwin WunderRechtsaussen57
8gerValentin DemlLinksaussen90
16gerMaximilian LotterTorwart1
17gerKonstantin SingwaldRückraum links94
22hunBence CsikiTorwart0
39gerDaniel MulitzeRückraum links4
44gerArmin KienerKreis, Rückraum links2
75czeŠíra JakubKreis38
77gerTobias StoiberLinksaussen22
96gerLukas HeinleRückraum links, Rückraum Mitte50
97gerStephan KlenkRückraum rechts21
99gerTim VasoldKreis6

TuS Fürstenfeldbruck II

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