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Virus ohne Schuld: Potential einfach nicht ausgeschöpft

Quotient 94,4 – mit dieser seltsam abstrakten Bilanz verabschieden sich die Regensburg Adler aus der denkwürdigen Bayernliga-Saison 2019/2020. Letztlich gleichbedeutend mit Abschlussplatz 7 von (faktisch) 13 Ligamannschaften soll nachstehend der Versuch eines Fazits dieser – soweit eben gespielten – unfreiwillig fragmentarischen Spielzeit gemacht werden. Bei finalem Abbruch der Spielbetriebs im April 2020 wies das tabellarische Adlerkonto nach 18 Durchgängen einen (bereinigten) Punktestand von 17:19 aus, resultierend aus 8 Siegen 2 Unentschieden und 9 Niederlagen bei einem Torverhältnis von 465:468. Nüchternes Zahlenwerk, welches näherer Erläuterung für sein Zustandekommen bedarf.

Keine Frage: Vor Saisonbeginn hatte man sich an der Alfons-Auer-Straße doch mehr erhofft. Relativ kurzfristig schlugen mit Florian Uhl und Marcel Elgeti die beiden Torgaranten der vergangenen Spielzeiten aus Studiengründen ihre Zelte in Baden-Württemberg auf, gerade einmal eine Saison bei den Adlern unter Vertrag zog es Mittelspieler Samuel Orlovski nach Cham – äußerst herbe Verluste für die eingespielte Manschaft von Trainer Kai-Uwe Pekrul, die es erst einmal zu kompensieren galt. Glücklicherweise gelang es während der Sommerpause jedoch den geschrumpften Kader mit namhaften Spielern aufzurüsten und sich (so doch wenigstens nominell) dann insgesamt sogar deutlich gegenüber der Vorsaison zu verstärken. Wunder, Singwald, Meyer, Klenk, Stoiber, Sira – von zahlreichen anderen Vereinen teils heftig umworbene Hochkaräter und talentierte Nachwuchshoffnungen konnten von der sportlichen Leitung unter Aufbietung entsprechender “Gesamtpakete” an die Alfons-Auer-Straße geholt werden. Nicht zuletzt deswegen wurden die werfenden Greifvögel aus dem Regensburger Kasernenviertel auch von nicht wenigen Ligakonkurrenten als durchaus ernsthafter Mitbewerber um den Bayernligatitel, sprich Aufstieg in die 3. Liga, explizit gehandelt. Von den Adler-Verantwortlichen selbst war vorab zu hören, dass man mit dieser Truppe diesmal “vorne mitspielen” wolle. Wenn es letztlich doch anders kam und unter dem vorzeitig gezogenen Strich lediglich ein biederer Mittelfeldplatz heraussprang, ist wohl mehreren Gründen geschuldet. Einer davon war wohl auch, dass einige Neuzugänge dann doch noch nicht immer das zeigen konnten, was man sich zuvor von ihnen versprochen hatte, freilich ohne jetzt von der einen oder anderen Fehlverpflichtung sprechen zu wollen. Auch blieb der Kader während der 18 durchgeführten Ligapartien (glücklicherweise) weitestgehend von längerfristigen Ausfällen sowie schwereren Verletzungen verschont – lediglich Hauptsponsor Hermann Reiss erwischte es zwischendurch heftiger am Bein.

Vielversprechend verlief Mitte September 2019 der Start in die taufrische Saison 2019/2020. Die Terminplaner des BHV hatten es dabei mit der ehemaligen SG Regensburg gar nicht gut gemeint und ihr zum Start in die neue Spielzeit gleich zwei Reisetermine hintereinander “aufgebrummt”. Mit einem hart erkämpften 30:28-Auswärtscoup bei den “Hätzfelder Bullen” entführten die Adler am ersten Spieltag sogleich die ersten beiden zu vergebenden Punkte aus der Mainmetropole Würzburg. Dieser Sieg beim ambitionierten Aufsteiger TG Heidingsfeld sollte sich im Nachhinein freilich als vergebliche Liebesmühe erweisen, traten die Unterfranken, kaum erst mit großem Aufwand aufgestiegen, aus wirtschaftlichen Gründen doch Anfang 2020 schon wieder den Rückzug aus der Bayernliga an und sorgten damit für eine Annullierung aller ihrer bisherigen Spielergebnisse. Obgleich man im 2. Auswärtsspiel bei der heimstarken TG Landshut den Gastgeber lange am Rande einer Niederlage hatte, musste man den angriffstarken Drei-Helm-Städtern am Ende dann doch mit 31:30 hauchdünn den Vortritt lassen – ein (erstes) Misserfolgserlebnis, welches in Anbetracht der insgesamt doch ansehnlichen Leistung zweifellos zu verschmerzen war. Dahoam is dahoam: Im gut besuchten Adlerhorst erwarteten die Gastgeber zur sehnsüchtig erwarteten Heimpremiere anschließend DAS Liga-Urgestein, den “ewigen Bayernligisten” TSV Lohr. Am Schluss dieser lange umkämpften Auftaktpartie zuhause verkündete die Anzeigetafel der Kerschensteiner Halle freudig ein leistungsgerechtes 26:22 für den symbolisch gefiederten Gastgeber. Der hierauf folgende Leistungsvergleich wieder in der Fremde führte die Regensburg Adler donauabwärts nach Schwaben zum VfL Günzburg, dem man durch einen bedauerlichen Leistungsabfall in den Schlussminuten noch unnötig 22:21 unterlag. Drei nachfolgende Siege am Stück bescherten der Pekrul-Truppe dann jedoch schnell einen Platz an der Sonne. Erstes “Opfer” dieser erfolgreichsten Saisonphase war beim 26:22 in der Kerschensteiner-Halle die sich tapfer aber vergeblich wehrende Reserve der DJK Rimpar. Als nächste Beute wurde beim folgenden Auswärtsauftritt in Fürstenfeldbruck das hier chancenlose Perspektivteam des mittlerweiligen Zweitligisten “erlegt”, ebenso wie eine Woche später wieder daheim im Adlerhorst die dritte Nachwuchsmannschaft der Liga – der starke HSC Coburg II, welcher beim 25:24 nur denkbar knapp das Nachsehen im Regensburger Südosten hatte. Erst in der 7. Partie verließen die Spieler mit dem Adler auf der Brust dann wieder ohne Punkte das Parkett – und das mit einem überraschend hohen 34:27 beim letztjährigen Drittligaabsteiger TV Erlangen-Bruck auch gleich deutlich. Doch bereits binnen Wochenfrist ließ ein ebenso klares 31:22 gegen die wieder aufgestiegenen Anzinger “Löwen” zuhause an der Alfons-Auer-Straße sogleich zurück in die Erfolgsspur finden. Diesen erneuten Aufwind konnten die Adler dann auch noch in die nächste Auswärtspartie erneut Richtung Würzburg beim überzeugenden 28:30-Sieg bei der zuvor hoch eingeschätzten DJK Waldbüttelbrunn mitnehmen. 9. Spieltag: Nach taktisch brillianter 1. Halbzeit gegen die gefürchtete oberfränkische 3-2-1-Defensivwand (13:9) konnte Tabellenprimus Haspo Bayreuth den Gastgebern am Ende mit größter Mühe doch noch ein 23:23 abtrotzen – zweifellos, zumal eben taktisch, eine der besten Saisonleistungen der Adler. Dieser hoch verdiente Punktgewinn gegen ein Spitzenteam der Liga sollte dann allerdings für mehr als zwei Monate das letzte zählbare Erfolgserlebnis für die Mannen in Weinrot und Weiß bleiben. Warum auch immer, der Handballgott schien den Adlern von nun an für lange Zeit nicht mehr wohlgesonnen – nix gwieß woaß ma ned, bis heute. Am 14. Dezember, in der letzten Partie 2019, dann starteten die Raubvögel von der Alfons-Auer-Straße im Süden Münchens beim dort beheimateten Fusionsverein Hachinger Tal mit einem (angesichts der ansehnlichen Vorergebnisse doch unerwarteten) 27:24 eine erschreckend schwarze Serie ohne jede Beute mit schließlich nicht weniger als 5 bitteren, da meist unnötigen Niederlagen am Stück. Neues Jahr, neues Glück? Leider nicht. Zwischenzeitlich hatte der überraschende und höchst bedauerliche Rückzug von Torwarttrainer und Keeperlegende Matthias Elgeti dem lange erfolgreich und scheinbar auch harmonisch kooperierenden Dreigestirn auf der Adlerbank (Pekrul – Vesely – Elgeti) einen bitteren Wermutstropfen verabreicht. Möglicherweise übertrug sich diese sicher schmerzliche personelle Veränderung in der Folge dann auch ein wenig auf das Leistungsprofil der Mannschaft. Bereits die erste Partie im nagelneuen Kalenderjahr 2020 daheim im Kasernenviertel endete wie die letzte im vorangegangenen. Mit einem klaren und auch in der Höhe verdienten 28:33 gegen einen gerade in der Schlussphase klar überlegenen TSV Friedberg zogen die Spieler von der Alfons-Auer-Straße abermals den Kürzeren und fanden sich nach diesem Spieltag endgültig im Niemandsland der Tabelle wieder. Bei der erneuten und gleichermaßen deutlichen wie verdienten 27:32 Heimniederlage gegen den damaligen Tabellenersten aus Landshut 14 Tage später wurde allen Beteiligten im Adlerhorst schnell klargemacht, dass an diesem Januarabend kein Regensburger Kraut gegen die bereits im Hinspiel schmerzhaft erfahrene Offensivwucht der Niederbayern gewachsen war. Pleite in Folge die Vierte: Mit allerlei Vorsätzen einer Wiedergutmachung zum Auswärtsspiel in die Märchenstadt Lohr an den Untermain gereist musste man sich beim abermals ernüchternden 29:21 nach der Schlusssirene wieder frustriert mit leeren Fängen auf den weiten Rückflug machen. Trendwende beim nächsten Heimspiel gegen den VfL Günzburg? Keine Rede. Abgeklärt spielend und ohne an wirklich die Leistungsgrenze gehen zu müssen nahm den Samstag darauf der jetzige Aufsteiger um Toptorjäger Bandlow hoch verdient beide Punkt mit heim ins Schwäbische – die 5. Niederlage in Folge war perfekt und mit 20:26 erneut eine deftige gleich dazu. Spieler, Trainer, sportliche Leitung, Umfeld – alle direkt wie indirekt Beteiligten verspürten angesichts der einfach nicht enden wollenden Talfahrt spätestens jetzt ein gemeinsames Gefühl: deprimierende Ratlosigkeit. Mit einem angesichts des Vorspielerfolgs erklärbaren Hoffnungsschimmer erhoben die Adler ihre Schwingen nun zur über 200 km währenden Reise Richtung Würzburg bei der DJK Rimpar II. Und siehe da: Wenn auch nur äußerst mühsam und unter verbissener Gegenwehr eines nie aufsteckenden Gegners – mit einem knappen 24:26 Auswärtssieg konnte der Bann des scheinbar endlosen Verlierens hier in der Fremde endlich gebrochen, der beängstigende Sinkflug beendet werden – so schien es wenigstens. Ausschlaggebend für diesen alleine schon moralisch äußerst wichtigen Sieg war eine diesmal gezeigte Leistungskonstanz über 60 Minuten hinweg – bisher oft das große Adlermanko. Hoffnung für die nächsten Spiele keimte deshalb an der Alfons-Auer-Straße auf – allerdings nur zwei kurze Wochen lang. Déjà vu: Das völlig unnötige Heimdebakel (27:28) dann gegen den mit kümmerlichen 3 Pluspunkten angereisten Gast aus Fürstenfeldbruck (II) war gleichbedeutend mit dem sportlichen Tiefpunkt 2019/2020 und der bitteren Lachnummer des Spieltags. Cleveres Abwehrverhalten, bewundernswerter Kampfgeist und ein von der Adlerabwehr nie zu kontrollierender Rückraumakteur genügten dem seinerzeitigen Fixabsteiger, um ebenso einfallslos agierenden wie taktisch unflexiblen Gastgebern im Adlerhorst mit einfachsten Mitteln die Punkte abzunehmen. Resultat dieser fast unaufhörlich scheinenden Abwärtsspirale war unweigerlich, dass – wenn nicht von den Verantwortlichen selbst – von den lokalen Medien und wohl auch von nicht wenigen Anhängern aus dem Umfeld die Position von Trainer Kai-Uwe Pekrul zunehmend zur Dis-Position gestellt wurde. Sonntäglicher Husarenstreich in Oberfranken: Binnen Wochenfrist vermochte die “KUP”-Truppe die sicher nicht leistungsförderliche und alleine schon rein ergebnishalber einfach nicht wegzuleugnende äußere Diskussion um die Person ihres Coaches mit einem eindrucksvollen und defensivtaktisch geschickten 21:26-Auswärtssieg gerade bei der drittligaerfahrenen Reserve des nunmehrigen Erstligaaufsteigers HSC Coburg letztlich doch überraschend zu beenden, der Erfolgszeiger schien für die scheinbar schon wieder fluglahm gewordenen Adler erneut Richtung Aufschwung zu zeigen. Die Vorankündigung für das nächste anstehende Heimspiel gegen “Brooklyn United”, bürgerlich TV Erlangen-Bruck, war bereits in Arbeit – gleichwohl sollte es in der altgedienten Coburger Grenzschutzhalle die letzte Partie in dieser historischen Spielzeit gewesen zu sein, abrupt mussten die Adler aufgrund hinlänglich bekannter Umstände mit ihrem jetzt möglich erscheinenden neuen Höhenflug am Boden verharren.

Die Saisonbilanz für die “Mitbewerber”: Als Überraschungsmannschaft der Spielzeit 2019/2020 darf wohl die tabellarisch lange Zeit voranmarschierende, torhungrige TG Landshut angesprochen werden, als Enttäuschung der Saison sicherlich der anfangs hoch gehandelte, schlußendlich gerade einmal kurz vor den (nominellen) Abstiegsrängen rangierende TSV Friedberg. Bitter für den bei Saisonabbruch erstplatzierten Haspo Bayreuth: Durch die vom Verband angewendete Quotientenregelung zur Klärung der Endplatzierung – und damit auch der Aufstiegsfrage – musste man den zweitplatzierten VfL Günzburg trotz eines Pluspunkts mehr (jedoch bei einem absolvierten Spiel weniger) noch knapp Richtung Aufstiegsplatz für die 3. Liga an sich vorbeiziehen lassen. Profiteure der vom Verband (ligaübergreifend) festgelegten Nicht-Abstiegsregelung sind natürlich die zum Shutdown bereits hoffnungslos abgeschlagene Fürstenfeldbrucker Reserve sowie die am letzten 18. Spieltag nicht viel besser dastehende “Zweite” der DJK Rimpar und die “Löwen” des SV Anzing – baldiges Wiedersehen mit den Adlern damit inklusive.

Es gewinnt immer die ganze Mannschaft und es verliert immer die ganze Mannschaft. Dieser ewigen Wahrheit ungeachtet kommt man dennoch nicht umhin, die (Angriff- wie Abwehr-)Leistungen von Führungsspieler Konstantin Singwald exponiert zu würdigen und ihn ruhigen Gewissens und ohne ungebührliche Hintenanstellung seiner Teamkollegen zum Adler-Spieler der “Corona”-Saison zu erklären. Von der wachsamen Konkurrenz fraglos mit begehrlichen Argusaugen beobachtet wird es für die sportliche Leitung an der Alfons-Auer-Straße wohl nicht einfach sein, einen der unstrittig besten Spieler der Bayernliga auch weiterhin im weinroten Trikot auflaufen zu sehen. Auch Linksaußen, Konterspezialist und 7m-Schütze vom Dienst Valentin Deml wusste mit etlichen starken Auftritten nahezu konstant zu überzeugen. Nicht von ungefähr finden sich Singwald wie Deml unter den Top 10 der abschließenden Torjägerliste der Liga wieder. Der sportliche “Output” fast aller anderen Kaderspieler hingegen sah sich immer wieder durch ein regelmäßiges Wechselspiel von Licht und Schatten charakterisiert, wobei individuell zweifellos durchweg vorhandenes Potential bisweilen leider einfach zu wenig effizient ins Spielgeschehen umgesetzt werden konnte.

Adlerhorst – Adlerhölle? Zuschauerzuspruch wie Support von den Rängen blieben bei den vorangegangenen Heimspielen letztlich bedauerlicherweise doch überschaubar und lassen den Regensburger Handballfans für kommende Spielzeit noch genügend Luft nach oben. 😉 Teilweise hatten Landesliga-Partien vorangegangener Spielzeiten größere Besucherzahlen und bessere Unterstützung der eigenen Mannschaft vorzuweisen als etliche Heimspiele dieser unseligen “Corona-Saison” 2019/2020. Vornehmlich ja als städtische Berufsschul-Turnhalle konzipiert ist die Kerschensteiner-Halle a priori auf keinen Besuch von 300 Besuchern plus ausgelegt – demungeachtet wird von den Regensburg Adler an der Alfons-Auer-Straße seit 2 Spielzeiten respektabler Handballsport in der höchsten bayerischen Spielklasse geboten – und das zu bestimmt fairem Eintritts- wie Bierpreis. Noch vor nicht wenigen Jahren hätte vielleicht noch der eine oder andere heimische Handballfan auch einen hohen Eintrittspreis dafür bezahlt, nach einer gefühlten Ewigkeit wieder Spiele der Herren-Oberliga hier in Regensburg live zu sehen zu bekommen. 😉

Torverhältnis (fast) pari – 465 erzielte (8. Platz) und 468 bekommene Treffer (7. Platz) siedeln die Regensburg Adler beide Male wie auch insgesamt folgerichtig im Niemandsland der Tabelle an (7. Platz). Trotz immer wieder einmal starkem Mittelblock: Bei näherer Betrachtung des “saison”übergreifenden Defensivverhaltens werden insbesondere zu viele allzu leicht erzielte Rückraumtreffer der Gegner deutlich. Ungestört herankommen lassen, beim Hochsteigen fasziniert zusehen und drin war er. Wenn dann auch noch die Torhüter nicht ihren besten Tag erwischt hatten, bescherte man selbst leistungsmäßig eigentlich unterlegenen Kontrahenden damit immer wieder gerne entgegengenommene Geschenke – welche sich in der Endabrechnung enger Matches dann auch wiederholt bitter rächten. Tore, die ich hinten nicht bekomme, muss ich vorne nicht machen – Haspo Bayreuth lässt grüßen. Insofern wäre die Einübung weiterer, offensiverer Deckungssysteme als häufig nur zaghaftes 6-0 und asymmetrisches 5-1 zweifellos eine ernsthafte Überlegung für die nähere Zukunft wert. Geschenke die Zweite: Abstreiter, Bandlow, Saborowski & Co.- der vielleicht schon wieder zu selbstbewusste Verzicht auf (von Anpfiff an erfolgende) Kurzdeckung bekannt spieltragender gegnerischer Akteuere machte es dem einen oder anderen Kontrahenden zudem nicht schwerer, sein gewohntes Spiel erfolgreich abzuspulen. Geschenke die Dritte: Die Vorliebe der Adler-Bank den Torhüter zugunsten eines weiteren Feldspielers herauszunehmen erwies sich mehrfach als buchstäblich nach hinten ins verwaiste Tor losgehender Schuss, zumal die solchermaßen aufgestockten Adler-Angreifer dabei fast nie ein Überzahl-Erfolgserlebnis vorzuweisen hatten. Trauriger Höhepunkt dieser “trendigen” Maßnahme war die wesentlich mit hierauf beruhende 27:28 Heimpleite gegen Tabellenschlusslicht Fürstenfeldbruck II mit nicht weniger als unglaublichen 6 Empty-Net-Gegentreffern. Geschenke die Vierte: Spiele ohne Fehlleistungen sind freilich Fiktion, jedoch darf bei der Pekrul-Truppe nebenher auch das oft unverhältnismäßige Auslassen “freier” Wurfchancen sowie die nicht weniger ins Auge stechende häufige Unzahl technischer Fehler künftig sehr gerne stark reduziert werden.

Ein mikroskopisch winziger Unsympath namens Sars-CoV-2 bedeutete diesen April dann auch für das Oberhaus des bayerischen Herrenhandballs den endgültigen Shutdown. Vom DHB noch Anfang März zunächst nur als Aussetzung des Spielbetriebs empfohlen kommt der BHV in seinem Rundschreiben vom 14. und 23. April einer weiteren Empfehlung des DHB-Präsidiums vom 3. April für die Landesverbände nach und gibt das coronabedingte vorzeitige Ende der Saison 2019/2020 im Freistaat bekannt. Um sportliche Klarheit für die Vereine (freilich nicht nur in der Bayernliga) zu schaffen kam von Verbandsseite ein neues Instrument für eine finale Spielewertung zur Anwendung: Anhand einer festgelegten Quotientenregelung (bis dahin jeweils erreichte Punktzahl geteilt durch die Anzahl der bis dahin absolvierten Spiele x 100) heißt der Aufsteiger in die 3. Liga Süd demnach VfL Günzburg, auf Regelabsteiger wurde (ligaübergreifend) verzichtet, eine Ausnahme machen hier Teams wie die bereits vorzeitig (Mitte Januar) freiwillig aus der Bayernliga zurückgezogenen “Hätzfelder Bullen” der TG Heidingsfeld aus Würzburg. Aufgrund der hiermit verbundenen Entscheidung sind (Stand heute) die beiden – gleichfalls über o.g. Quotientenregelung ermittelten – Tabellenersten ASV Cham (LL Nord) und TSV Haunstetten (LL Süd) direkt für die (wann jetzt konkret auch immer beginnende) kommende Bayernliga-Spielzeit qualifiziert. Gleiches gilt für beide (!) nominelle Releganten, den TV Roßtal aus der Landesliga Nord sowie den SV Eichenauer SV aus der Landesliga Süd. Dies wiederum verheißt bzw. verhieße der nächsten Bayernliga-Zusammensetzung dann insgesamt 17 Mannschaften, da auch auf Absteiger aus der 3. Liga verzichtet wurde. Hätte diese Entscheidung dann auch weiterhin so Bestand, stünden den Regensburg Adler damit schon einmal zwei sicherlich heiß umkämpfte Lokalderbys mit dem alten Oberpfalzrivalen ASV Cham ins Haus, welcher nach einer gefühlten Ewigkeit recht souverän wieder die Rückkehr ins bayerische Oberhaus schaffte. Um anzahlmäßig künftig zu alter Ligastärke zurückzufinden, dürfte in der Spielzeit 2020/2021 kompensierend ein verschärfter Abstieg greifen. Wenn auch nach wie vor von zahlreichen Konjunktiven belastet, fest steht: Die nächste Bayernliga-Saison kommt – und definitiv wieder mit zuhause wie auswärts erfolgshungrig aufsteigenden Regensburg Adler!

Die (endgültigen) Saisonabschlusstabellen aller bayerischen Mannschaften (unterhalb der 3. Liga) für die Spielzeit 2019/2020 finden sich unter https://www.bhv-online.de/verband/spielbetrieb/saisonabschluss-2019/2020.html

Kriterien zur ligaübergreifenden Quotientenberechnung s. https://www.bhv-online.de/verband/spielbetrieb/saisonabschluss-2019/2020.html

Schon Hermann Hesse war sich sicher: “Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, …” Zu welchem genauen Anfangszeitpunkt jetzt dann auch immer – die Adler samt Verantwortlichen freuen sich jetzt schon ganz narrisch darauf, ihre bisherigen und gerne auch neuen Fans wieder im vertrauten Adlerhorst der Kerschensteiner Halle zur zweifellos attraktiven neuen Bayernliga-Saison recht zahlreich begrüßen zu dürfen – ohne “Bankräuber”maske und Mindestabstand. Möglichst mit hoher Reproduktionszahl: Vom Virus Handball infiziert worden zu sein soll Expertenmeinungen zufolge bis dato noch niemandem abträglich gewesen sein. Und ganz wichtig: Für den Bierpreis in der Halle ist künftig kein Corona-Aufschlag geplant! 😉

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ACHTUNG: Neue Informationen zum Corona-Virus (Stand 12.03.2020)

ACHTUNG: Neue Informationen zum Corona-Virus (Stand 12.03.2020)

Der Bayerische Handball-Verband gibt bekannt, dass mit sofortiger Wirkung (ab Donnerstag, 12.03.2020, um 16:00 Uhr) aufgrund der das Corona-Virus betreffenden Lage bis auf weiteres alle Veranstaltungen, Sitzungen und Maßnahmen des Bayerischen Handball-Verbandes abgesagt sind. Weitere Informationen können dem Rundschreiben des Präsidiums entnommen werden. Wir werden selbstverständlich so schnell wie möglich über eine Änderung der Situation informieren.

Rundschreiben 1: Aktuelle Informationen zur Corona-Krise (Stand: 12.03.2020)

WIE SOLLEN SICH HANDBALLER*INNEN AKTUELL VERHALTEN?

Auch für HandballerInnen gelten die allgemeingültigen Empfehlungen der zuständigen Gesundheitsbehörden. Hier der Link zum Robert-Koch-Institut (RKI) mit Informationen und Infektionsschutzmaßnahmen: https://www.rki.de/.

In Bayern laufen die Informationen beim Staatsministerium für Gesundheit und Pflege zusammen, das die Informationen zum Coronavirus mit dem „Infektionsmonitor Bayern“ auf seiner Website ständig aktualisiert: https://www.stmgp.bayern.de/. Für besorgte Bürger*innen gibt es eine Telefon-Hotline: 09131-6808-5101.

Das zuständige örtliche Gesundheitsamt ist hier zu finden: https://tools.rki.de/PLZTool/

HILFREICHE LINKS (U.A. RISIKOBEWERTUNG, HYGIENE-TIPPS):

  • Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (u.a. Infektionsmonitor Bayern)
  • Robert Koch Institut (Risikobewertung, bundesweite Lageeinschätzung)
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO, englisch)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (u.a. Hygiene-Tipps, mehrsprachig)
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    Verdienter 26:21 Sieg in Coburg II

    Spielbericht HSC Coburg II – Adler
    Ein 21:26 (10:8) Sieg!! Der Wille und die taktische Einstellung brachte die Wende in der zweiten Halbzeit. Geschlossene Mannschaftsleistung mit einen überragenden Maximilian Lotter (42% Saves) brachten den Auswärtssieg in Coburg.

    Adler nehmen BGS-Veste ein
    21 Gegentore – mit dieser Abwehrleistung verliert man in fremder Halle nicht so schnell. Folgerichtig konnten sich so auch die Regensburg Adler nach ihrem überraschend klaren 21:26 Erfolg in Coburg mit 2 wertvollen Auswärtspunkten in ihren Fängen entspannt auf den Heimflug machen. Manche Gegner liegen einem offenbar: Angesichts der zuletzt gezeigten Leistungen eher mit gemischten Gefühlen zu der starken Zweitliga-Reserve nach Oberfranken gefahren, konnte der Bayernligist von der Donau gegen diesen Kontrahenden schließlich erneut beide Zähler auf sein Habenkonto verbuchen. Inzwischen mit 5 Punkten Rückstand gegenüber Ligaprimus Günzburg auf den 5. Tabellenplatz zurückgefallen kann der vor Saisonbeginn hoch gehandelte Drittligaabsteiger aus Coburg seine Rückkehrhoffnungen eine Etage höher damit bereits jetzt schon fast begraben.

    Ein Spiel, zwei grundverschiedene Hälften
    Zur Halbzeitsirene noch mit 2 Toren in Rückstand, am Ende der Partie mit 5 Treffern vorne – dieser aus Adler-Sicht doch widersprüchliche Spielverlauf hatte letztlich mehrere Gründe. Vom deutlicher stärkeren Adler-Auftritt nach der Pause zusehends verunsichert und Fahrkarten in Serie werfend kamen die gelb-schwarzen Hausherren in Halbzeit 2 nurmehr zu 8 zählbaren Erfolgserlebnisssen. Ohne jetzt einem Statistikhype das Wort reden zu wollen – aber unter 10 Toren pro Halbzeit wird kaum ein Bayernligist das Spielfeld am Ende noch mit 2 Punkten in der Hand das Spielfeld verlassen. Bayureuth hatte in der Vorrunde bei den Regensburg Adlern noch das Glück (und wohl auch Geschick) trotz mageren 9 Toren zur Pause am Ende sogar noch einen Punkt aus der Fremde mitzunehmen – die absolute Ausnahme allerdings. Beide Kontrahenden agierten defensiv mit einer durchaus ähnlichen Strategie: Dem mutmaßlich gefährlichsten Werfer des Gegners (Singwald/Adler, Wolf/Coburg – beide RL) wurde ein persönlicher “Betreuer” auf die Füße gestellt, der jeweils andere Halbspieler meist leicht vorgezogen gedeckt. Beide Seiten wussten demnach alleine aus schmerzlicher Hinspielerfahrung bestens, wer vom Gegenüber da jeweils besonderer Betreuung bedurfte – hüben wie drüben allerdings nur bedingt fruchtend. Trotz Sonderbewachung sollten dem Coburger Wurfriesen Wolf in der Folge 8 Tore (davon freilich auch 4 Siebenmeter) gelingen, Regensburgs Singwald deren sogar 9 (samt und sonders Feldtore). Natürlich stünde beiderseits das Gegenargument im Raum: “Und wenn man sie gar nicht kurzgedeckt hätte?”. Eine Frage der jeweiligen Manndeckerqualität bzw. hinreichender Einübung dieser Defensivvariante vielleicht? Wie auch immer. Tags zuvor gelangen in der ESV-Halle Pforzheims agiler Tormaschine Kolasinac trotz ständiger Kurzdeckung immerhin auch noch 4 Feldtore.

    Regensburgs böhmischer Kreis-“Königstransfer” Jakub Sira hatte die Ehre, nach Bodenpass von Meyer den ersten Treffer der Partie an die Anzeigentafel zu bringen. Meist legte in der Folge Coburg ein Tor vor, Regensburg egalisierte fast immer postwendend und konnte durch einen Singwald-Treffer zwischenzeitlich sogar mit 1:2 kurz in Führung gehen. Via strammem Unterarmwurf sollte Steffan Meyer mit seinem einzigen Treffer (7:8, 26. Minute) seine Adler an diesem Tag das zweite und letzte Mal in Spielhälfte 1 in Führung bringen. Obgleich immer wieder vorlegend, gelang es den “kleinen Coburgern” dennoch nie wirklichen Abstand zwischen sich und den Adlern herzustellen. Die letzten 3 Tore vor der Pause sollten dann aber doch dem Gastgeber vorbehalten bleiben, wobei Coburg-Keeper Apfel bei strafzeitbedingt herausgenommenem Adler-Torwart mit der Halbzeitsirene bequem zum 10:8 ins leere Gästetor einwerfen konnte. Eigentlich recht gut mitgehalten, gegen Ende zu allerdings wieder leicht geschwächelt konnte somit das Regensburger Fazit für den ersten Durchgang lauten. Zweifellos mitentscheidend für den, dem Spielverlauf nach völlig unnötigen, Pausenrückstand war, dass in diesen ersten 30 Minuten doch etliche Freistehende zuviel gegen Coburgs, zumal aus der Kurzdistanz überzeugenden, Keeper Apfel recht fahrlässig “versemmelt” wurden. In der Gewissheit, den weinroten Urhebern dadurch selbst ausreichend Ärger bereit zu haben, sei an dieser Stelle großmütig darauf verzichtet, die Namen der einschlägigen “Adler-Sünder” hier im Einzelnen anzuführen. Neue Halbzeit, neues Glück? Tatsächlich sah das Drehbuch am Sonntag dann dies für die Adler in den zweiten 30 Minuten vor. Zu Wiederbeginn der Partie schienen beinahe wie verwandelt wirkende, deutlich konzentrierter zu Werke gehende Weinrote aus der Kabine herausgekommen zu sein. Ein cleverer Steal von Steffan Meyer mit daraus resultierendem Gegenstoßtor von Marwin Wunder zum schnellen 10:9-Anschlusstreffer sollte geradezu symbolträchtig für den weiteren Spielverlauf sein. Die klar präsentere und spielbestimmende Truppe am weiteren Sonntagnachmittag war nun eindeutig diejenige der Donaustädter. Rasch konnten sich die Greifvögel aus der Domstadt in der engen BGS-Halle nach einem weiteren Treffer zum Gleichstand unmittelbar danach auf 10:12, 11:15 und 12:17 (42. Minute) absetzen. Coburgs Bank hatte bereits zu Beginn der 2. Spielhälfte die zweite Kurzdeckung nun auf Mittelmann Meyer hinbeordert. Die sich verwundert ihre Augen reibenden Oberfranken konnten sich von diesem in den ersten 12 Minuten nach Wiederbeginn konsequent immer weiter herausgeworfenen Adler-Vorwurf bis zum Schluss nicht mehr erholen. Auch ein Torwartwechsel auf Coburger Seite sollte daran nichts mehr ändern. Schnell für klare Verhältnisse gesorgt: Bereits ab Lukas Heinles Treffer zum 12:16 (41. Minute) vermochten die zunehmend entmutigt wirkenden Spieler in Gelb und Schwarz bis Spielende nie mehr weiter als bis auf 4 Tore zu verkürzen. Nicht unwesentlich den Coburgern mit den Zahn zu ziehen vermochten dabei alle 5 von Valentin Deml sicher verwandelten 7m. Ende eines Fluchs?: Im Saisonverlauf auf Adler-Seite immer wieder zu beobachten bieb ein nicht selten erschreckender Leistungsknick in den letzten 15 Spielminuten diesmal vollständig aus. Ganz im Gegenteil: Der deutliche Vorsprung wurde kontinuierlich gehalten, die Partie in Abwehr wie Angriff geradezu souverän zu Ende gespielt. Während der letzten 5 Minuten gelang es den Spielern in Weinrot sogar zweimal einen 6-Tore-Vorsprung herauszuwerfen, nurmehr unwesentlich abgeschwächt von Coburgs Verkürzen zum Endresultat von 21:26 in der Schlussminute. Gegenüber 10:8 Toren in Halbzeit 1 machte und tat die Coburg-Reserve in den zweiten 30 Minuten freilich ebenso nach Kräften, jedoch sollten den Hausherren in der BGS-Halle dann nurmehr 9 Treffer beschieden sein – bei 16 Gegentreffern jetzt ungleich effizienter auftrumpfender Adler.

    Revanche missglückt – Gastgeber ratlos
    Coburg konnte vor ca. 150 Zuschauern der – im Vorfeld berechtigt – selbst angenommenen Favoritenrolle schließlich dann doch nicht gerecht werden. Ab der 2. Halbzeit dann doch zu dominant war hierfür das selbstbewusste und energisch nachsetzende Auftreten des geflügelten Gastes vom nördlichsten Punkt der Donau. Ratlosigkeit und Anerkennung – diese beiden Schlagworte charakterisieren letztlich auch den merklich frustrierten Spielbericht von Coburger Seite. Ratlosigkeit was die so nicht erwartet letztlich doch schwache eigene Leistung betrifft, Anerkennung gegenüber der überzeugenden Vorstellung eines an diesem Märzsonntag einfach besseren Gegners. Zu großes Selbstvertrauen, taktische Fehleinschätzung, übergroße Fehlerquote?: Der überraschende unzulängliche Coburger Manndeckung von Konstantin Singwald spielte dem Adler-Angriff dabei selbstverständlich hervorragend in die Karten. Mit “gefühlt jeden Wurf verwandelt” attestiert Gastgeber-Coach Riehn dem Ex-Coburger und nunmehrigen Regensburger Topscorer Singwald dann auch eine (wiederum) beeindruckende Wurfperformance. Übrig hatte Riehn hierbei auch ein Extralob für die an diesem Sonntagnachmittag äußerst starke Torwartleistung von Max Lotter, welcher insbesondere von den Außenpositionen die Spieler in Gelb-Schwarz schier zur Verzweiflung brachte. Von Coburger Seite als Hauptübel für die unerwartete Heimniederlage solchermaßen ausgemacht werden zu wenige abwehrstarke eigene Spieler (?) sowie eine fehlende taktische Antwort im Angriff letztlich doch nicht ganz der am Sonntag auch über weite Strecken einfach überzeugenden Gästeleistung gerecht. Zudem gab für den Spielverlauf in der engen BGS-Halle wohl auch ein qualitativ breiter besetzter Kader (trotz 9 Singwald-Toren) des Regensburger Gastes am Ende nicht unwesentlich mit den Ausschlag. Manko des Coburger Angriffsspiels schien auch im Rückspiel wieder die letztlich doch allzu große Abhängigkeit von der Wurfausbeute der beiden Hauptwerfer Wolf (8 Tore) und Mustafic (4 Tore). Vom Rest kam nicht wirklich viel: Am Sonntag in der BGS-Halle erwarfen die übrigen Coburger zusammen lediglich noch 9 Tore – einfach zu wenig, um einem gut aufgelegten Gegner mit noch besser aufgelegtem Keeper dahinter, wie diesmal die Regensburg Adler, wirklich Paroli bieten zu können. Bereits im Hinspiel an der Alfons-Auer-Straße zeichneten Wolf und Mustafic für das Gros der insgesamt 24 Tore verantwortlich. Natürlich ist die sehr schmale Torquote des Gastgebers auch wesentlich einer am Sonntag ungewöhnlich überzeugenden Gesamt-Defensivleistung ihres Gegners aus der Domstadt geschuldet – vermutlich seiner besten diese Saison bislang.

    Auch die ungewohnte sonntagnachmittagliche Spielansetzung konnte also nicht dazu beitragen, auch in Coburg den zuvor doch steilen Adler-Sinkflug fortzusetzen. Dem Tierreich womöglich anpasst haben die meisten zweibeinigen Adler zur Standard-Spielzeit um 19 Uhr hingegen schon oft vorzeitig in den Ruhemodus geschaltet (?). Anderer Gegner, anderes Spiel: Ob man mit einem ähnlich überzeugenden Auftritt vor Wochenfrist dem (am Samstag zuhause wieder klar verlierenden) Tabellenvorletzten Fürstenfeldbruck auch nur ansatzweise eine Chance gelassen hätte, bleibt letztenendes freilich spekulativ. Großzügig eingegrenzt liest sich die Adler-Bilanz aus den letzten 3 Spielen damit gleich wieder freundlicher: 2 (Auswärts)Siegen steht nur eine Niederlage gegenüber – die kassierte man allerdings zuhause gegen den Tabellenletzten.

    Den bereits etwas in die Jahre gekommenen Regensburger Handballfan erinnerten die etwas trist anmutende Atmosphäre und spartanische Optik der engen, großbefensterten Coburger BGS-Halle – vielleicht nicht von ungefähr – an die funktionell gehaltene Sporthalle der (ehemaligen) Regensburger Zeiss-Kaserne, früher lange Jahre (notgedrungene) Heimspielstätte der von jeher im Kasernenviertel beheimateten Sportclub-Handballer – Ausweis vorzeigen am Wachposten inklusive.

    Nach der überzeugenden Einnahme der Coburger Handballveste darf kommenden Samstag der heimische Adlerhorst natürlich nicht gleich selbst wieder zur Beute des zweifellos punktehungrig anreisenden anderen Drittligaabsteigers, “Brooklyn United” aus Erlangen werden. Glückskind Handball: In diesem speziellen Fall wenigstens, sieht das Maximilianeum doch aktuell eine gnadenlose Corona-Deckelung ab 1000 Zuschauern vor und beträgt das Fassungsvermögen des Kerschensteiner-Horstes zugleich halt allenfalls 350 Besucher. 😎

    Die Torschützden waren:

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    Der wahre Coburg – Vorbericht

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    Vorbericht HSC Coburg II – Regensburg Adler Bayernliga am 08.03.2020 um 16 Uhr

    Coburg sinnt auf Revanche
    Der zweite Sonntag der Fastenzeit beschert den Ballwerfern der Regensburg Adler einen Ausflug ins nördlichste Bayern, welcher es sportlich in sich hat. Mit dem HSC Coburg II erwartet der momentan Tabellenvierte die mittlerweile nur noch hauchdünn Platz 8 behauptenden Domstädter. Die Hausherren werden sicherlich alles in die Waagschale werfen, um die Punkte “daham” in Oberfranken zu behalten. Im Falle einer Niederlage würden die ambitionierten Gelb-Schwarzen mit ziemlicher Sicherheit weiteren Anschluss Richtung Aufstiegsplatz verlieren – zumal ihnen die vergangenen Spieltage nicht nur Erfolgserlebnisse bescherten. 4 Siege, 2 Niederlagen – so lautet die durchwachsene Bilanz der qualitätvoll bestückten Zweitliga-Reserve für das bisherige Kalenderjahr. Auch zu Hause zeigte man sich in der BGS-Halle gerade in den letzten Partien immer wieder auch verwundbar – aktuell eine Heimmacht mit Abstrichen demnach. Mit dem Gastspiel beim HSC Coburg II (Anwurf 16 Uhr) müssen die Adler folglich zum dritten Mal hintereinander gegen eine Reservemannschaft antreten – hiervon die klar stärkste allerdings. Ein kleiner Vorteil für die Adler?: Mitbedingt durch den zwischenzeitlichen Heidingsfelder Rückzug musste die zweite Garnitur des HSC Coburg 2000 drei Wochen lang zwangspausieren und greift erst diesen Sonntag wieder ins Ligageschehen ein. Vollzahler können in Coburg Bayernliga-Handball übrigens für vorbildhafte 😉 5€ pro Nase live miterleben.
    In unguter Erinnerung: Beim letztlich hart erkämpften Heimsieg im Hinspiel (25:24) machten vor allem zwei Coburger Akteure der Adler-Abwehr schwer zu schaffen: Die beiden vorwiegends auf Halblinks agierenden Andreas Wolf und Mittelmann Dino Mustafic. Waren die knallharten Sprungwürfe des gefühlten 2m-Manns Wolf kaum zu verteidigen, so bereiteten die explosiven Aktionen des gerade 18-jährigen Nachwuchshoffnung Mustafic in der Kerscheinsteiner Halle ebenso über 60 Minuten hinweg gewaltige Probleme. Dass Wolf mit derzeit 81 Treffern Platz 9 der aktuellen Bayernliga-Torschützenliste belegt, Mustafic mit deren 62 hier Rang 27, ist für kommenden Sonntag bereits per se Warnung genug. Der wurfgewaltige Rückraum wird es wohl demnach auch wieder im Rückspiel am Fuß der Veste sein, den es für den Gast aus Regensburg vorrangig zu kontrollieren gilt. Eine kurze Deckung für einen der beiden Coburger Hauptwerfer dürfte deshalb wohl auch im taktischen Portfolio der Adler-Bank ihren Platz haben – Realisierung: schaun ma mal. Zu allem Überfluss scheint der Gastgeber sich auch seines Gedächtnisses zu bedienen und sinnt seiner Homepage zufolge auf “Revanche gegen Regensburg” – na sauber! An gleicher Stelle erfolgt eine Einschätzung der anfliegenden Adler als ursprünglichem Titelmitanwärter, welcher zuletzt jedoch “zu oft schwächelte” und “etwas lädiert” zu sein scheint – zumal nach der letzten, neuerlichen Heimniederlage gegen den Tabellenletzten Fürstenfeldbruck II. Keine Frage: Man rechnet sich in Oberfranken am Sonntag gegen den zuletzt arg gerupften Gast aus der Oberpfalz einiges aus.

    HSC Coburg II im Schnellcheck
    Nur knapp abgestiegen: Seinen derzeitigen Platz in der Bayernliga “verdankt” das Perspektivteam des HSC Coburg dem 14. Tabellenplatz in der Endabrechnung der 3.-Liga-Südstaffel in der Saison 2019/2020. Tabellarisch der “beste” Absteiger demnach, welcher trotz 17 Pluspunkten seinen Platz in der begehrten Dritte Liga räumen musste. Grund genug in Coburg einen schnellstmögliche Rückkehr der Reserve in die dritthöchste deutsche Spielklasse anzustreben. Bislang läuft es in der Bayernliga allerdings noch nicht so ganz nach Wunsch für die gegenüber der Drittliga-Vorsaison … verstärkte “Zwoate” aus Oberfranken, lediglich Platz 4 (mit 5 Niederlagen und 1 Unentscheiden) steht hier bis dato auf dem Zettel – zweifellos zu wenig für einen ehrgeizigen Aufstiegsaspiranten. Im erfolgreichsten Saison des Coburger Handballs 2015/2016 gelang der 2. Mannschaft der Aufstieg in die dritthöchste Spielklasse (Staffel Ost), aus welcher man sich dann vergangene Spielzeit als Drittletzter verabschieden musste. Dem Kader der Zweitliga-Mannschaft gehören nominell die Reservisten RM Preller sowie TW Apfel an, kommen dort jedoch fast nie zum Einsatz, was umgekehrt auch für Unterstützung von der “Ersten” nach unten zu gilt. Zumindest in dieser Hinsicht muss man von Adler-Seite wohl wenig Bedenken tragen, am Sonntag in der altgedienten Bundesgrenzschutz-Halle personell böse überrascht zu werden. “Aber ma woaß ned” – eine mögliche “Wundertüte” sind Reservemannschaften in dieser Hinsicht freilich immer.

    Ort und Verein im Kurzportrait
    Bis zur Wiedervereinigung lange Zeit strukturschwaches Grenzland, “Zonenrandgebiet”, befindet sich Coburg “irgendwo dort oben” im nördlichsten Zipfel Bayerns unmittelbar an der Grenze zum Thüringer Wald, dabei südlich begrenzt vom oberen Maintal. Quasi im Mittelpunkt eine Städtedreiecks platziert ist Coburg mit ca. 80 – 90 km etwa gleichweit von Würzburg, Erfurt und Erlangen/Nürnberg entfernt. Bis heute gleichwohl von allzu vielen Positivmeldungen “verschont” macht das Coburger Land, wie Oberfranken insgesamt, nach dem Wegfall der Zonenrandförderung eher von Einwohnerflucht von sich reden als von wirtschaftlichem Aufschwung. Bedeutendste wirtschaftliche “Marke” und weitaus größter Arbeitgeber der Stadt ist der deutschlandweit bekannte Generalversicherer HUK Coburg – nebenher Hauptsponsor des HSC Coburg 2000.
    Ausgehend von der Christianisierung Thüringens und Frankens gehörte das Gebiet um das heutige Coburg ab Ende des 8. Jahrhunderts zum besitzreichen Bistum Würzburg. 1056 – in diesem Jahr findet Coburg erstmalige Erwähnung innerhalb einer Schenkungsurkunde, ausgestellt von Polenkönigin Richeza an den Kölner Erzbischof Anno von Köln über das um Coburg herum gelegene Land. Anno 1331 wurde Coburg von Kaiser Ludwig dem Bayern das Stadtrecht samt dem Privileg eigener Gerichtsbarkeit verliehen. Bereits im 16. Jahrhundert Anfang des 19. Jahrhunderts sollte Herzog Ernst I. mit der Anlegung des Schlossplatzes Coburg zu einer neuerlichen, letzten Blüte verhelfen. 1918 schließlich sollte auch in Coburg die (herzögliche) Monarchie ihr Ende finden. Konkurrenzloses Highlight der Stadt in puncto Sehenswürdigkeiten ist natürlich die 170 m das Stadtbild überragende, mächtige Veste, 1530 sogar halbjähriger Zufluchtsort Martin Luthers während der über ihn verhängten Reichsacht. Anfang des 13. erstmals urkundlich erwähnt erfolgte im 17. Jahrhundert durch einen 3-fach-Mauerring der Ausbau der Landesfestung – daher der Name Veste. Heute beherbergt diese als eine der größten zusammenhängenden Burganlagen Deutschland die die (ehemals herzöglichen) Kunstsammlungen der Veste Coburg. Als markant hinterlegte Silhouette ziert die Veste dann auch prägend das in den Vereins- wie Stadtfarben Gelb und Schwarz gehaltene Coburger Vereinswappen. Ab 1586 wurde Coburg Hauptsitz und Residenz eines, wenn auch kleinen, selbstständigen Fürstentums: Sachsen-Coburg. Aus diesem sollte im 19. Jahrhundert Prinz Albert, Gemahl der englischen Königin und epochemachenden Weltreichregentin Victoria, hervorgegangen sein. Sein Denkmal repräsentiert den Mittelpunkt des Coburger Marktes. Zudem einen Besuch wert ist der am Fuße des Festungsbergs gelegene Schlossplatz mit seinen in verschiedenen Stilepochen von Renaissance bis Neugotik entstammenden Prunkbauten: Fürstliches Hoftheater (heute Landestheater Coburg), Residenzschloss Ehrenburg, Hofgarten mit Arcaden sowie Palais Edinburgh. Durchflossen wird das Stadtgebiet vom Flüsschen Itz, welches gleichwohl 20 Brücken für sich in Coburg beansprucht. Gegenwärtig (Stand Dezember 2018) ist Coburg Wohnsitz und Heimat von knapp über 41 000 Einwohnern.
    Umso wichtiger ist es für das gesamte – de facto immer noch – Grenzlandgebiet mit dem gegenwärtigen sportlichen Erfolg der Zweitliga-Handballern des HSC Coburg zumindest auch noch ein sportliches Aushängeschild zu besitzen, welches den Namen der Stadt wie der gesamten Region weit über die Grenzen Bayerns hinaus trägt. Nicht von ungefähr besuchen die Zweitliga-Heimspiele des HSC in der über 3500 Plätze bietenden HUK Coburg Arena auch durchschnittlich über 2000 Zuschauer, mit die meisten in der 2. LigA. Derzeit Tabellenerster der 2. Bundesliga ist man beim HSC Coburg auf dem besten Weg sich ins (natürlich auch finanziell lukrative) Oberhaus des deutschen Handballs zu spielen. Bereits 2015/2016 war man dort angelangt, musste dieses aber bereits 2016/2017 als Tabellenletzter wieder schweren Herzens Richtung 2. Liga verlassen. Namentlich zum Leben erweckt wurde der Handball-Sportclub Coburg 2000 eben pünktlich zum Millennium als Fusion aus den beiden Coburger Vereinen HSG Coburg (selbst wieder entstanden aus dem TV 48 Coburg, dem TV Ketschendorf und der TS Coburg) und dem TV Neuses. Erinnerungen: Der TV Neuses verwehrte in den 90-ern dem damaligen ambitionierten Landesligsten TS Regensburg in der Aufstiegsrelegation den (erneuten) Weg in die Bayernliga. Trainer der RT war seinerzeit ein gewisser Vlado Stenzel. Seit der Bayernliga-Meisterschaft 20001/2002 spielt der HSC Coburg dabei immer mindestens in der 3. Liga(zuvor Regionalliga). Glück gehabt: Konkurrenz von Seiten des Fußballs oder Eishockeys ist, ähnlich Erlangen, für den Besucherzuspruch des Coburger Handballs freilich nicht zu befürchten.

    Sollte man – angesichts der letzten Leistungen leider nicht ausgeschlossen – in Coburg erneut als Verlierer das Feld verlassen, könnten die Adler (bei gleichzeitigen Punktgewinnen der schärfsten Verfolger München und Friedberg) am Sonntagabend bis auf den 10. Tabellenplatz durchgereicht worden sein. Motivation wohl genug, um am Wochenende alles – und gerne auch mal noch etwas mehr 😉 – zu geben und nicht wieder gerupft den 200 km weiten Heimflug antreten zu müssen. Im Prinzip wünscht man sich von Adler-Trainer Kai-Uwe Pekrul am Sonntag nach Spielende nur zwei Worte: “Alles jut.”

    Voraussichtliche Aufstellung der Teams:
    Regensburg Adler

    Adler 2019 / 2020

    #SpielerPositionTore
    3irlgerSteffan MeyerRückraum Mitte56
    5gerTom WukaLinksaussen53
    7gerMarwin WunderRechtsaussen57
    8gerValentin DemlLinksaussen90
    16gerMaximilian LotterTorwart1
    17gerKonstantin SingwaldRückraum links94
    22hunBence CsikiTorwart0
    39gerDaniel MulitzeRückraum links4
    44gerArmin KienerKreis, Rückraum links2
    75czeŠíra JakubKreis38
    77gerTobias StoiberLinksaussen22
    96gerLukas HeinleRückraum links, Rückraum Mitte50
    97gerStephan KlenkRückraum rechts21
    99gerTim VasoldKreis6

    HSC Coburg 2000 II

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    Bittere 27:28 (13:14) Niederlage gegen den Tabellenletzten FFB II

    Am Ende des Spiel stand eine enttäuschte Adler Mannschaft auf den Platz und konnte es selbst kaum glauben. Mit dieser 27:28 Heimniederlage gingen beide Punkte nach Fürstenfeldbruck.

    Knapp 200 Zuschauer waren in der Kerschensteiner- Halle Augenzeuge der Niederlage.

    Spielbericht Bayernliga 29.8.2020

    “Auswärtssieg!” – so tönte es nach Spielende lautstark durch die sich schnell leerende Kerschensteiner Halle. Erneut gelang es dem Abstiegskandidaten aus Fürstenfeldbruck die Punkte aus der Fremde zu entführen, erneut blieben die heimischen Adler deutlich hinter ihren eigenen Ansprüchen zurück. Lange Gesichter bei den Regensburger Spielern, Verantwortlichen und Zuschauern spiegelten nach Spielende die maßlose Enttäuschung über eine erneut verdiente Niederlage gegen einen durchaus “machbaren” Gegner. Zwei von den Hausherren eigentlich fest eingeplante Punkte hatten sich in der samstagabendlichen Atmosphäre des Kasernenviertels damit auf Nimmerwiedersehen verflüchtigt.

    Taktik besiegt Qualität oder gezockt und verloren
    Eingelaufen wurde von Adler-Seite diesmal nur mit einem Linkshänder (Marwin Wunder, RA), da RR Stephan Klenk am Samstag verletzungsbedingt passen musste. Ansonsten hatten Kai-Uwe Pekrul und Zbynek Vesely – wie bisher fast immer – den kompletten Kader zur Verfügung. Wie im Vorfeld zu erwarten: Die hiermit zuletzt in Friedberg erfolgreichen “kleinen Panther” stellen von Beginn an Adler-Shooter Singwald eine persönliche “Betreuung” auf die Füße. Nicht unbedingt zu erwarten sollte Gleiches auch noch für Mittelspieler Meyer gelten – die 2 spieltragenden Adler-Akteure also über weite Strecken des Spiels (zumindest immer einer) manngedeckt und aus dem Positionsangriff genommen. Unweigerlich bedeutete dieser taktische Coup für den Gastgeber jedoch auch: Am gegnerischen Kreis war nur noch eine schmale Abwehrreihe von 4 Mann zu bespielen – jede Menge Gelegenheit also hier ungewohnte Freiräume zu nutzen. Theoretisch. Die Praxis eines zusätzlich an den Kreis beorderten 7. Adlers – bei dann freilich leerem eigenen Tor – zeigte überwiegend kaum mehr als oft konzeptloses Wandernlassen des Spielgeräts von Links nach Rechts und etwas fluglahme Kreuzbewegungen, das ganze Spiel hindurch begleitet von einer Vielzahl unkonzentrierter Abspielfehler. Fürstenfeldbruck sagte hier sage und schreibe 6 Mal “Danke!” (2:4, 12:12, 13:15, 15:17, 16:19, 21:23), da zu jeweils völlig stresslos ins leere Adler-Gehäuse hineingeworfenen Treffern freundlichst eingeladen – Treffer, welche in der engen Schlussabrechnung leider ganz entscheidend mit den Ausschlag geben sollten. Hierbei stets auf die Bank zurückbeordert standen Adler-Keeper Max Lotter bei jedem Einschlagen in “sein” verwaistes Tor unverkennbar Ohnmacht wie Verzweiflung ins Gesicht geschrieben. Einem vor allem in Halbzeit 2 auftauchenden zweiten Regensburger Kreisläufer (Wuka oder Vasold), sprich 7. Angreifer, begegnete Fürstenfeldbrucks Bank stets umgehend mit der Rücknahme eines ihrer beiden Manndecker – wechselweise wurden dann nur noch Singwald oder Meyer kurz genommen. Die vielversprechende zweite Kreisoption konnte von den Adlern dabei jedoch so gut wie nie in ein zählbares Erfolgserlebnis übersetzt werden. Löblich nicht bloß passiv verharrend sondern immer wieder bemüht sich in die Offensive aktiv mit einzuschalten, wurden die kurzgedeckten Singwald und Meyer hierfür aber nur mit wenigen Erfolgserlebnissen belohnt. Zahlreiche Paraden des überzeugenden Panther-Keepers Hagitte – auf der Brucker Bank saß alternativ nur noch ein A-Jugend-Torwart – taten ein Übriges, einmal frei durchkommenden Adlern immer wieder den Zahn zu ziehen. Insbesondere von den Außenpositionen vermochte der zum Drittliga-Kader gehörende Reserve-Keeper wiederholt seinen Kasten gleichsam zu vernageln. Selbst keinesfalls frei von technischen Fehlern gelang es dem an sich simpel gestrickten – Ausnahme lediglich ein phasenweise zweiter in der Adler-Abwehr auftauchender Kreisläufer – Angriffsspiel der Brucker dank größerer Effizienz letztlich die Oberhand zu behalten.

    Meist hinterhergelaufen – der einförmige Spielverlauf
    Große Probleme vor allem in der ersten Halbzeit bereite der Adler-Defensive der ungemein wendige und abschlussstarke Kreisläufer der FFB-Reserve, Schwagerus, welcher vom Gästerückraum immer wieder geschickt in Szene gesetzt wurde. Torwartbälle? – teils wohl ja: Einige Gästetreffer zumal in Gestalt der verzögerten Sprung- und raffinierten Knickwürfe vom nicht übergroßen Panther-Mittelmann Urban sowie von der linken Außenposition durch Gottschall schienen mit etwas mehr Fortune vielleicht nicht ganz unhaltbar. Um hier keine falschen Verdächtigen zu präsentieren: Max Lotter, über 60 Minuten im Kasten, konnte insgesamt zweifellos eine ordentliche Partie abliefern, insbesondere als in der zweiten Spielhälfte eine deutliche Leistungsteigerung mit wichtigen einigen Paraden (gnadenloser Kopftreffer inklusive) maßgeblich dazu beitrug, den Gast bis Spielende nicht davoneilen zu lassen.
    Mit einem selbstbewussten Beginn sagte das Fürstenfeldbrucker “Teamzwoa” dem Gastgeber schnell “Servus Rengschburg!”, insbesondere in Gestalt von RL Noah Newel, welcher mit dem 0:1 und 0:2 sofort seine Visitenkarte in der Adler-Abwehr hinterlegte. Rasch schaffte es der Gast sich über 2:5 und 5:8 (13. Minute) vor allem über Rückraum- und Kreisaktionen weiter abzusetzen. Meist 2 Tore im Hintertreffen sorgten die sich sukzessive heranarbeitenden Weinrot-Weißen in Minute 19 durch Marwin Wunder schließlich mit dem 9:9 für erstmaligen Gleichstand in der Partie. Derselbe Spieler zeichnete wenig später für die erstmalige Führung der Adler verantwortlich. Unmittelbares Resultat dieser aus Hausherrensicht erfreulichen Ergebnisverschiebung war eine vom Gästetrainer genommene Auszeit – Hoffnung keimte in der Halle auf. Die 24. Spielminute vermerkte mit dem 12:10 durch Rechtsaußen Wunder die letztlich dann einmalig bleibende 2-Tore-Führung für die Hausherren im Adlerhorst. Ganz Raubkatze ließen sich die Gäste in der Folge jedoch nicht abschütteln und die heimischen Adler ergebnismäßig davonfliegen. Das 13:12 des sich durch eine gegnerische Abwehrlücke durchtankenden Steffan Meyer (27. Minute) sollte schließlich die letzte Führung für die hausherren für die gesamte Restspielzeit bedeuten. Zwei weitere Panther-Treffer noch vor der Pausensirene sollten schließlich eine 13:14 Pausenführung für die “Reservler” an die Anzeigentafel bringen. Der Torschütze des letzten Treffers in der 1. Halbzeit (13:14) sollte – bezeichnend für die gesamte Partie – denselben Namen tragen wie derjenige des ersten der 2. Halbzeit (13:15): Noah Newel von den “kleinen Panthern”. Insgesamt sah die Partie die heimischen Adler 4 Mal in Front liegen, die auswärtigen Panther deren 24 Mal, bei 6 Mal Gleichstand. Noch waren wohl die meisten Adler-Fans guter Dinge, die “Sache” gegen den Fast-Absteiger in der 2. Spielhälfte schon noch umdrehen zu können. Leider ein Irrtum, wie die anschließenden 30 Minuten zeigen sollten: Die Tordifferenz der Pausenanzeige sollte schließlich zum Leidwesen der (meisten) Zuschauer mit derjenigen der Schlussanzeige identisch sein. Die gesamte 2. Halbzeit mussten die Hausherren den Gästen anschließend in Sachen Spielstand hinterherlaufen bzw. konnten lediglich 2 Mal noch egalisieren (15:15, 35. Minute und 21:21, 50. Minute). Auch die taktische Maßnahme der Gastgeber nach der Pause mit einem leicht vorgezogenen “Einser” vor der Abwehr Sand ins Getriebe des Panther-Rückraums zu bringen fruchtete letztlich wenig. Beinahe die gesamte zweite Spielhälfte wussten sich die erfolgshungrigen Panther die freilich immer wieder unermüdlich herabstoßenden Adler mit einem 2-Tore-Abstand vom Leib zu beißen und kratzen. Hoffnung am Horizont: Jakub Sira gelang in Spielminute 50 auf Bodenpass von Lukas Heinle der Ausgleich zum 21:21 – es sollte der letzte für die Adler in diesem Spiel bleiben. Die 54. Spielminute sah die Vorentscheidung zugunsten der oberbayerischen Gäste, als erneut Noah Newel mit dem 21:24 einen Drei-Tore-Abstand herstellte. Für den Charakter der Hausherren spricht der Umstand, sich auch hier noch nicht geschlagen zu geben und den Rückstand mit großem Kampfgeist nochmals zu verkürzen. Zu Beginn der Schlussminute schien die Partie sogar noch kippen zu können, als Jakub Sira die Hausherren mit seinem dritten Treffer nochmals auf ein Tor Rückstand heranbringen konnte. Von Linksaußen frei zum Wurf kommend besiegelte Brucks LA Gottschall 30 Sekunden später gegen eine nunmehr halboffene Manndeckung mit dem 26:28 dann jedoch endgültig das traurige Adler-Schicksal, von den Gästen gar nicht mehr richtig verteidigt bedeutete das 27. Tor durch Marwin Wunder in den Schlussekunden nichts mehr weiter als Ergebniskosmetik.

    Fast jedenfalls: Einer gegen alle – und das am Ende mit Erfolg. Dieses filmreife Attribut konnte sich der 10-fach einnetzende – und durchspielende! – Brucker Halblinke Newel letztlich an sein durchgeschwitztes pantherschwarze Revers heften. Sprungwürfe, Schlagwürfe, Durchbrüche: Über 60 Minuten hinweg wollte und wollte die Adler-Abwehr samt Torwart einfach kein Rezept gegen den dynamischen und physisch enorm starken Hauptwerfer des Gastes finden. Verzichtet wurde von der Adler-Bank hierbei erstaunlicherweise auf die Option den am Samstag (schnell erkennbar) treffsichersten Werfer der Gäste in kurze Deckung zu nehmen. Vor Spielbeginn eigentlich noch gefährlicher einzuschätzen zeigte Fürstenfeldbrucks bisheriger Toptorschütze Benedikt Hagitte (RR), Bruder des Torwarts, bis in die 2. Halbzeit hinein überraschende (offenbar gewollt mannschaftsdienliche) Zurückhaltung – markierte dann aber gegen Ende der Partie hin noch für den Sieg seiner Mannschaft entscheidende Treffer. Auch Hagitte stand – trotz vier Wechselspielern auf der Gästebank – nahezu über 60 Minuten in Angriff wie Abwehr auf dem Feld. Demzufolge vermochte der Adler-Angriff auch aus der kräftemäßigen Dauerbeanspruchung der beiden spieltragenden Gästeakteure leider kein zählbares Kapital zu schlagen. Ebensowenig wussten die Gastebger den Umstand für sich zu nutzen, dass Fürstenfeldbruck II das ganze Spiel über praktisch ohne Rechtsaußen und Gegenstoß spielte sowie mit eigentlich simpel gestrickten Kreuzen im Angriff recht leicht ausrechenbar agierte – ein auch nur gelegentlicher zweiter Kreisläufer dabei ausgenommen. 3 Tore über den Kreis (Jakub Sira) waren über diese Position wohl auch das Minimum, hätte man hierfür doch am Samstag gegen die 4 einsam am Kreis verbliebenen Brucker Räume wie sonst nie gehabt. Fürstenfeldbrucks umtriebigem Kreisläufer Schwagerus gelangen gegen die ungleich engermaschiger stehendere Regensburger 6-0-Abwehr hingegen 4 Treffer. Auch in Sachen zweiter Ball hatte die Adler-Abwehr hier mehrfach das Nachsehen gegen die hier deulich ausgeschlafeneren Gäste aus Oberbayern.

    Zu den sicher nicht übermäßig vielen Lichtblicken auf Gastgeberseite zählte diesmal wieder Rechtsaußen Marwin Wunder, der (ungeachtet einiger Fehlwürfe) gewohnt wurfvariabel mit seinen insgesamt 7 Treffern durchaus zu überzeugen wusste. Insgesamt respektabel auch wieder die Leistung von Adler-LA Valentin Deml mit insgesamt 3 Toren – auch trotz eines verworfenen 7 m. Auf den Außenpositionen war am Samstagabend demnach letztlich nicht der wirkliche Schwachpunkt in der Adler-Offensive zu suchen. Ebenfalls wieder deutlich im Aufwind präsentierte sich RR-Adler Lukas Heinle, dem es fünfmal gelang seine enorme Schnellkraft und Schnelligkeit endlich wieder auch in wichtige Tore umzumünzen. Via Manndeckung praktisch über die ganze Spielzeit hinweg aus dem Match genommen vermochten die Regensburger Rückraumtorjäger Meyer und Singwald immerhin mit einigen Einzelaktionen auf sich aufmerksam zu machen – ohne dabei freilich entscheidenden Einfluss auf Spielgeschehen und -verlauf nehmen zu können. In Sachen Einsatzbereitschaft oder Fitness gab bei den Regensburg Adler auch diesmal wieder nichts zu bemängeln – leider hat das Spielreglement des DHB für diese Basics keine Vergabe von Punkten vorgesehen. Auffällig: Das ausgesprochen kulant pfeifende Schiedsrichter-Gespann Böhme/Sand (Waltenhofen/Lauingen) aus dem BHV-A-Kader billigte beiden Teams (in einer freilich auch durchweg fair geführten Partie) jeweils lediglich 1 Strafwurf zu.

    Verdient gewann der Tabellenvorletzte in Regensburg: Mit jeder anderen Einschätzung würde man sich von Adler-Seite wohl auch (fatal) in die eigene Tasche lügen. Einmal mehr hatte sich am Samstag gegen 21 Uhr bewahrheitet: Oft gewinnt nicht die (an sich) bessere Mannschaft, sondern die heute cleverere und auf den Punkt präsentere. Die bessere Taktik, möglicherweise die von der Trainervorgabe her auch nur konsequenter umgesetzte, vermochte sich so am Ende durchzusetzen – wenn auch nur denkbar knapp. Einfach kein Rezept gefunden: Von Beginn an kam das Offensivspiel der Hausherren nicht mit der doppelten Manndeckung samt daraus resultierender Angriffskonstellation klar. Entsprechend lakonisch resumierte Adler-Coach Pekrul anschließend im lokalen TV-Interview: “Offensivspiel – ham wa nicht hingekriegt.” Das vielleicht auch noch mehr den Sieg wollende junge Fürstenfeldbrucker Perspektivteam nahm solchermaßen durchaus zurecht (erst) ihren 4. und 5. Pluspunkt mit nach Hause in den gut betuchten Münchner Westen. Dass der Gegner trotz seines Erfolgs in der Kerschensteiner Halle zusammen mit Rimpar II und vermutlich Anzing nächste Saison dennoch wieder Landesliga (Süd) spielen wird, macht die erneute Niederlage für die Adler natürlich um keinen Millimeter angenehmer. “Heimblamage gegen den Tabellenvorletzten” – diese freilich unschöne Überschrift müsste man an der Alfons-Auer-Straße angesichts des Spielverlaufs und der (eigentlichen) Kräfteverhältnisse nötigenfalls auch über sich ergehen lassen. Von einem glücklichen, unverdienten oder gar von unparteiischer Seite erwirkten Sieg der Münchner Vorstädter kann dem Gezeigten zufolge jedenfalls nicht die Rede sein.

    “Support” und so
    “Bruck, Bruck, Bruck!” die über 60 Minuten lautstarke Unterstützung einer guten Handvoll junger Gästefans vermochte immer wieder leicht die fast schon apathische “Anteilnahme”, des ohnehin wenigen, heimischen Publikums am Geschehen zu übertönen. Dass dies am Samstag wohl nicht zuletzt auch der mehr als überschaubaren Leistung ihrer häufig fluglahm agierenden Adler geschuldet war mag hierfür nur teilweise als Erklärung herhalten. Eben gerade wenn es bei der Heimmannschaft mal nicht so läuft, darf man von den Rängen auch gerne mal unüberhörbare Präsenz zeigen – in der Kerschensteiner-Halle leider jedoch eher die Ausnahme als die Regel. Akustisch wie aktionsmäßig geradezu verloren wirkte hier deshalb am Samstag der sehr engagierte Spieler der 2. Mannschaft, welcher gleichwohl unverdrossen seiner Aufgabe nachkam – und nebenher “zum Dank” noch den einen oder anderen mitleidigen Blick dafür abbekam. Auch die regelmäßigen Anfeuerungsversuche von Hallensprecher Udo Litz an die Adresse des Hallenpublikums blieben dort so gut wie ohne Resonanz. Nicht einmal 24 Stunden später war an gleicher Stelle beim hochbrisanten BOL-Stadtderby der 2. Mannschaft eine rammelvolle Halle mit ununterbrochener Anfeuerung für beide Teams zu erleben – rekordverdächtiger Bierumsatz inklusive. Großartige Hallenatmosphäre jedenfalls, wie man sie auch in der Bayernliga nur allzu gerne öfter, ja eigentlich regelmäßig, erleben möchte. Auch hier am Sonntagnachmittag sollte der Gast ESV 1927 am Ende hauchdünn triumphieren. Wollte man bösartig sein, man ist es freilich nicht, so könnte man – zumal im Vergleich mit der engagierten Publikumsunterstützung in anderen Hallen – hieraus zu folgendem Schluss gelangen: Im Prinzip wollen die Adler-Zuschauer in Regensburg vielleicht gar keine Bayernliga sehen, sondern tauen paradoxerweise einige Spielklassen darunter viel eher und viel lieber auf (?). Unbestätigten Informationen zufolge plant man von Regensburger Seite dennoch für 2020/2021 eine weitere Bayernliga-Saison in Angriff zu nehmen. Positiv mitzunehmen vom samstäglichen Zuschauerverhalten in der Kerschensteiner Halle ist freilich, dass (wenigstens) hier keine erbärmlichen Anti-Hopp-Transparente zu sehen waren – vielleicht waren aber auch nur die aufmerksamen Ordnungskräfte schneller (?). 😉

    Ausblick – Coburg II wartet
    Kommendes Wochenende steht für die Adler zur Wiedergutmachung wieder eine etwas weitere Auswärtsfahrt an – das 210 km entfernte Reiseziel im nördlichen Oberfranken heißt dann Coburg. Im Hinspiel konnte man die starke Reserve des derzeitigen Tabellenführers der 2. Liga noch knapp niederhalten – vielleicht ein gutes Omen für die geschundenen Adlerschwingen wieder in einen Aufwind zu gelangen. Nächsten Sonntag gegen 17 Uhr 30 weiß man im Schatten der imposanten Veste mehr.
    Torschützen waren:

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    Das Duell der Raubtiere, Adler gegen Panther

    Fest eingeplanter Sieg, aber nicht ohne den nötigen Respekt
    Dieses und kein anderes kann das ambitionierte Ziel der Regensburg Adler kommenden Samstag gegen (tabellenbereinigten) Vorletzten aus dem westlichen Münchner Speckgürtel sein. Gerade einmal erbärmliche 3 Pluspunkte weist das Konto der “kleinen Panther” nach bislang 17 Spieltagen auf. Bei ihrem letzten Spiel überraschte die scheinbar schon hoffnungslos abgeschlagene Brucker Drittliga-Reserve jedoch mit einem (noch dazu deutlichen) Auswärtssieg beim heimstarken TSV Friedberg (21:26). Bestimmt kein Grund also, auch diesen Gegner irgendwie zu unterschätzen! Dennoch: “1 Punkt würde notfalls auch passen.” darf hier einfach nicht Devise für den Gastgeber sein. Blamieren kann sich gerade in diesem Spiel einzig und alleine der Gastgeber. Eine mehr als undankbare Aufgabe also für die seit letztem Spieltag (Sieg in Rimpar) scheinbar wieder im Mini-Aufwind fliegenden Greifvögel von der Alfon-Auer-Straße.
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    24:26 (11:12) Sieg in Rimpar. Geht doch!

    Bitternötiger Erfolg im Wolfsrevier

    Das tiefe Durchatmen auf der Adler-Bank dürfte am Samstagabend 200 km weit bis Regensburg zu hören gewesen sein. Im Würzburger Wolfsrevier mühsam durchgebissen: Die Bayernliga-Truppe aus dem Kasernenviertel hatte es kurz zuvor tatsächlich geschafft nach 6 erfolglosen Spielen in Serie wieder einmal als Sieger vom Platz zu gehen. 24-26 lautete aus Gastgebersicht am Ende denkbar knapp die Digitalanzeige bei der DJK Rimpar II. Hier beim – Rückzieher Heidingsfeld bereits außer Acht gelassen – aktuellen Tabellenvorletzten (egal wie) zu gewinnen – diesen freilich unbequemen Schuh musste man sich im Vorfeld jedoch auch ohne jedes Wenn und Aber anziehen.

    Zum Spiel
    Beim Einlaufen in die Rimparer Dreifachsporthalle sahen die rund 250 Zuschauer den Gast von der Donau gegenüber vergangenem Wochenende wieder mit komplettem Kader. Beim Gastgeber fehlte – wie von Adler-Seite erhofft – der mit den Zweitliga-Wölfen nach Dormagen gereiste Torjäger Karle – in zweierlei Hinsicht personell gute Voraussetzungen für die Adler also.

    Lukas Heinle (Nr.96) und Tom Wuka (Nr.5) im Spielaufbau

    Beim Einlaufen in die Rimparer Dreifachsporthalle sahen die rund 250 Zuschauer den Gast von der Donau gegenüber vergangenem Wochenende wieder mit komplettem Kader. Beim Gastgeber fehlte – wie von Adler-Seite erhofft – der mit den Zweitliga-Wölfen nach Dormagen gereiste Torjäger Karle – in zweierlei Hinsicht personell gute Voraussetzungen für die Adler also.
    Durchwachsener Anfang: Lotter pariert beim ersten Angriff der Rimparer, beim eigenen Angriff dann sofort jedoch wieder Ballverlust für die Regensburger und im schnellen Gegenzug prompt das 1:O aus Gastgebersicht. Die Partie hätte besser beginnen können. Nach zwei Leikauf-Paraden gelingt es Valentin Deml von Linksaußen in der 3. Spielminute erstmals den Rimparer Keeper zum 1:1-Ausgleich zu überwinden. Einen zwischenzeitlichen torlosen Leerlauf mit technischen Fehlern auf beiden Seiten beendete Max Lotter gewissermaßen in der 7. Minute mit einem gehaltenen 7m. Technische Fehlleistungen wie vergebene Torchancen der Adler sollten anschließend dafür sorgen, dass Rimpar II sich bis zur 21. Minute sogar dreimal mit einem 3-Tore-Vorsprung etwas absetzen konnte, wesentlich unterstützt von Paraden ihres starken Keepers Leikauf. Kennzeichnend für die Heimmannschaft war in dieser Phase – wie eigentlich über die gesamte Spielzeit hinweg – ein nicht allzu schnelles, eher mit Bedacht vorgetragenes Positionsspiel, welches immer wieder geduldig auf die Lücke bzw. Konzentrationsfehler in der Regensburger 6-0-Abwehr wartete. Hierauf allerdings sollte sich das Blatt wieder wenden: Ein 4-fach-Schlag der Adler von der 22. bis zur 27. Minute sah dann plötzlich den Gast in den weinroten Trikots mit 9:10 im Vorteil. Eine Schwächeperiode des Gastgebers konnte hier kompromisslos genutzt werden, wesentlich mitgetragen von energisch zupackender und erfolgreich blockender Abwehrarbeit samt mehrfach stark haltenden Max Lotter dahinter. Wieder und wieder rannte sich die Rimparer Offensive in der konzentriert arbeitenden Adler-Deckung fest. Auch das Ärgernis, dass der in Spielminute 24 unerwartet schnell zurückeilende Jungwölfe-Torwart Leikauf einen Adler-Wurf auf sein zwischenzeitlich verwaistes Tor zu verhindern wusste tat diesem Trend keinen Abbruch. Muss dann aber definitiv nicht sein: 3 Sekunden (!) vor der Halbzeitsirene lassen sich die Adler beim einfachst erreichten 11:12-Anschlusstreffer, gleichbedeutend mit dem Pausenstand, nochmal von Rimpars Halbrechten Lang übertölpeln.

    Das 14:13 bald nach Wiederanpfiff (33. Minute) sollte dann vorerst die letzte Führung für die Würzburger Vorstädter bedeuten. Nach einem reaktionsschnell von Singwald gemachten Empty-Net-Tor (35.) – vorausgegangen war eine nicht minder reaktionsschnelle Lotter-Abwehr – sollten die Weinroten mehr und mehr die Nase vorne behalten. Dreimal gelingt es den Raubvögeln von der Donau in der Folge einen 2-Tore-Abstand herzustellen (14:16, 16:18, 17:19). Aufopferungsvoll kämpfend und unermüdlich dagegenhaltend war die Rimparer Rerserve bis zum Schluss jedoch einfach nicht abzuschütteln – zähe Wölfe eben. Mit Ausnahme der Schlussphase sollte insbesondere Rimpars Halbrechter Lang (7 Tore) die weinrot-weiße Abwehrreihe dabei immer wieder vor Probleme stellen. Mit dem 20:19 durch Gräsl (6 Tore) gelang es den Jungwölfen in der 48. Minute sogar noch einmal kurz die Führung an sich zu reißen – künftig sollte der Führende auf der Anzeigetafel dann allerdings nur noch Regensburg Adler heißen. Immer wieder herangebissen: Die folgenden 7 Spielminuten konnten die Spieler in Grün-Schwarz gleichwohl noch viermal einen zwischenzeitlichen Gästevorsprung wieder egalisieren sehen. So leistete sich Regensburg von der 36. bis zur 39. Minute eine Mini-Durststrecke, welche die Hausherren mit 2 Treffern en suite sofort zum Ausgleich nutzten (16:16, 37. Minute). Die schließlich letztmalige Wölfe-Führung (20:19) glich Steffan Meyer mit einem ansatzlosen flachen Hüftwurf aus, Jakub Sira konnte auf Meyer-Anspiel vom Kreis alsbald zum 20:21 nachlegen. Ein Gewaltwurf abermals von Singwald zum 22:23 sollte dann eigentlich das Schicksal der Gastgeber allmählich besiegeln – sollte. Beim 24:24-Ausgleichtreffer des durchgebrochenen Keidel – zuvor hatte Singwald die Gäste noch zweimal in Front geworfen – musste Max Lotter letztmals in diesem engen Match hinter sich greifen. Rimparer 2 Minuten für Wirth (57.) ließen das Spiel dann jedoch endgültig kippen: In diesen letzten 3 Minuten klassische Crunch-Time gelang es den Adlern mit Unterstützung der Überzahlsituation (und trotz hier über das gegnerische Gehäuse gesetztem 7m) durch einen Deml-Treffer erneut in Führung zu gehen. 30 Sekunden vor dem Ende hält Lotter den entscheidenden, bereits mit etwas Verzweiflung zentral auf ihn geworfenen Rimparer Rückraumball. Wenige Sekunden vor der Schlusssirene sollte es schließlich Tom Wuka vorbehalten bleiben gegen die nun noch verzweifelter offen manndeckenden Gastgeber den abschließenden 2-Tore-Abstand zum erlösenden 24:26 herzustellen. Adler Coach Pekrul scheint endlich Gehör gefunden zu haben, betrachtet man die deutliche Leistungssteigerung seines Teams in der zweiten Hälfte oder besser eben in der Crunch Time. Letzterdings vielleicht auch ein Zittersieg gegen den sich tapfer wehrenden Drittlletzten der (bereinigten) Tabelle, aber gewonnen ist … Unendliche Erleichterung – ein sportliches Gefühl, welches mancher Adler-Spieler und -Verantwortliche dann wohl spätestens gegen 21 Uhr 30 in der Markt Rimparer Michael-Kolbe-Halle kennengelernt hat. Regensburg unterstützt Regensburg: Ganz großer Daumen dann auch nochmal für den Support der unmittelbar zuvor ebenfalls in der Rimparer Halle siegreichen ESV-Damen 2.

    Fazit – hüben wie drüben
    Typus “schmutziger”, aber dennoch nicht unverdienter Sieg: Ein wie befürchtet ganz, ganz hartes Stück Arbeit gegen einen nie aufsteckenden Gegner letztlich also für die Regensburg Adler, die sich dann selbst vor allem Nervenstärke in der Schlussphase attestieren konnten. Über den gesamten Spielverlauf hin betrachtet war in Rimpar endlich wieder eine erfreuliche Steigerung der zuletzt wechselhaften Torhüterleistung zu konstatieren. Wieder 8 Tore – noch dazu wohltuend gleichmäßig über die ganze Partie verteilt – bei diesem Spieler kann dann wohl (auch beim Scouting durch KUP) nicht allzu viel falsch gelaufen sein: Erneut ragte Führungsspieler Konstantin Singwald nicht bloß größenmäßig aus einer sich auch sonst sehr ordentlich verkaufenden Adler-Truppe heraus – und glänzte zudem als erfolgreichster Torschütze der gesamten Partie. Dies bekam umso mehr Gewicht, als sein halbrechtes Pendant Stephan Klenk trotz unverkennbaren Bemühens erneut leider glücklos agierte, seiner rechtshändigen Alternative auf dieser Position, Lukas Heinle, sollten in Rimpar diesmal wenigstens 2 Tore gelingen – wie gehabt aber ein allzu linkslastiges und leicht ausrechenbares Rückraumspiel der Adler vom nördlichsten Punkt der Donau. Unter dem Strich war die konsequent über 60 Minuten am Kreis stationierte Regensburger 6-0-Abwehr mit dem geduldigen, auf Ballsicherheit bedachten Spielaufbau der körperlich unterlegenen Rimparer eigentlich ganz passabel zurechtgekommen.
    Gut dagegengehalten, aber dann wieder mit leeren Händen dastehend: Erneut wurde es den mainfränkischen Jungwölfen trotz ordentlicher spielerischer Leistung zum Verhängnis, bis zur Schlusssirene einfach keine 25 Tore zusammenzubekommen. Und mit einer Torquote darunter trägt der Sieger fast immer den Namen des Gegners. Der zahlenmäßig schwächste Angriff der Liga wird trotz auch erneut ansprechender Abwehrleistung große Probleme haben auf diese Weise die Klasse, sprich Bayernliga, doch noch halten zu können. Wie bereits im Hinspiel zu sehen: Ist Nachwuchshoffnung Karle nicht mit an Bord, scheint der DJK Rimpar II dann allerdings auch etwas die individuelle Qualität zu fehlen. Ungeachtet dessen wird es für die restlichen Gastmannschaften im Würzburger Norden wohl kaum leichter werden die Punkte aus dem mit aller Macht verteidigten Revier der Jungwölfe zu entführen. Und natürlich auch noch Respekt vor der Rimparer Konsequenz erneut offenbar ohne einen einzigen ausländischen Legionär im Kader das schwierige Unterfangen Klassenerhalt in der Bayernliga alleine mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs und der unterfränkischen Region in Angriff genommen zu haben.

    Ausblick – die kleinen Panther im Visier
    Rimpar war eine Reise wert, die 200 km nicht für die Katz oder den Wolf – dieses zufriedenstellende Resumée kann man somit zumindest aus sportlicher Sicht ziehen. Es bleibt nun inständig zu hoffen, dass man mit dem verdienten Sieg vor den Toren Würzburgs den “Bock” nun wirklich umgestoßen hat und wieder länger auf Erfolgskurs umgeschwenkt ist. Das Glück ist bekanntlich zwar nur ein flüchtiges Vogerl, jedoch darf es sich dennoch gerne noch eine Weile im Adlerhorst an der Alfons-Auer-Straße niederlassen. Beste Gelegenheit für das Vogerl bietet gleich einmal das kommende Heimspiel am Samstag nach Fasching gegen eine andere, gleichfalls im Tabellenkeller residierende Reserve – diesmal die “kleinen Panther” des TuS Fürstenfeldbruck – welche das arme Vogerl freilich nur allzu gerne auffressen wollen. Ein gutes Omen für einen erneuten Adler-Erfolg ist vielleicht auch, dass Adler-Coach “KUP” Pekrul – ganz im Gegensatz zur letzten Partie gegen Günzburg – diesmal nach Spielende bereits wieder mit gewohnt optimistischer Miene Richtung Kamera blickte. Eine von Außenstehenden medial verpasste “Schlinge um den Hals” war hier auf jeden Fall nirgends erkennbar, weiß er doch vor allem Mannschaft und Verantwortliche voll und ganz an seiner Seite.

    Torschützen waren:

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    DJK-Kräftemessen im kleinen Wolfsrevier

    Vorbericht DJK Rimpar II – Regensburg Adler

    “Wenn nicht jetzt, wann dann?” – alle Adler dürfen getrost in diesen Hit der Höhner miteinstimmen. In der Rimparer Dreifachsporthalle der Maximilian-Kolbe-Schule vor den Toren Würzburgs heißt es am Samstag für die zuletzt so fürchterlich gebeutelte Pekrul-Truppe einzig und alleine: Wenigstens gegen den Drittletzten der aktuellen Tabelle müssen endlich wieder einmal 2 Punkte her – ganz egal wie!

    Zum Spiel
    Spielt er oder spielt er nicht? Die Rede ist von Felix Karle, der großen Nachwuchshoffnung der Rimpar Wölfe auf der rechten Angriffsseite und mit 142 Treffern gleich einem der erfolgreichsten Torschützen der vorangegangenen Bayernliga-Saison, Karles erster (!). Mittlerweile fest zum Zweitliga-Rudel der unterfränkischen Wölfe gehörend taucht der brandgefährliche 19-jährige Linkshänder dennoch auch immer wieder enorm bissig bei Spielen der Jungwölfe in der Bayernliga auf – so zuletzt beim durchaus überraschenden 27:25 Sieg gegen den TSV Friedberg, in dem der aus der eigenen Jugend hervorgegangene Karle mit seinen 7 Treffern ganz schnell den Unterschied machte. Gar nicht der klassische Shootertyp sieht man sich hier durchaus einem Spieler mit starkem Tordrang gegenüber, stets jedoch in “Tateinheit” mit einem Blick für Nebenleute und Kreis. Hoffnung für die Adler macht hier in der Causa Karle der Spielplan der 2. Liga, welcher am selben Tag eine Auswärtsfahrt der 1. Rimparer Mannschaft an den Niederrhein zu den “Wieseln” des TSV Bayer Dormagen vorsieht.

    Nur ungern wahrscheinlich erinnert sich so mancher Adler-Fan an das letzte Adler-Heimspiel vorige Saison, als die Rimpar-Reserve maßgeblich durch Tore von Felix Karle beide Punkte mit nach Unterfranken nahm. In dieser Partie am 19. Oktober 2019 war der schwer auszurechnende Goalgetter nicht mit von der Partie – und prompt reichte es für die Würzburger Vorstädter trotz durchaus überzeugender Mannschaftsleistung beim 22:26 letztenendes doch zu keinem Punkt an der Alfons-Auer-Straße. Wer die spielstark auftretenden “kleinen” Rimparer letzten Herbst im Adlerhorst gesehen hat, erinnert sich vielleicht, wie die Unterfranken der Heimmannschaft wirklich alles abverlangten, um am Ende doch noch als Sieger die Halle zu verlassen. Innerhalb einer überzeugenden Mannschaftsleistung ragte hier aus dem schwarz-grünen Jungwolfrudel Zweitligakader-Torwart Markus Leikauf heraus wie Karle ein Rimparer Eigengewächs. Oft scheinbar völlig teilnahmslos zwischen den Pfosten stehend machte die Nr. 3 des Rimparer Zweitligakaders in der Kerschensteiner Halle ein ums andere Mal beste und allerbeste Adlerchancen zunichte.
    Betrachtet der Handballfan die aktuelle Bayernliga-Tabelle nach 16 Spieltagen kann man nicht so recht glauben, warum sich diese spielerisch überzeugende, technisch versierte und ausgeglichen besetzte Truppe mit derzeit nur 7 Punkten fast schon “weg vom Fenster” auf den Abstiegsrängen wiederfindet. Hauptgrund für den diesmal überraschend schlechten Tabellenplatz von Rimpar II scheint die letztlich immer wieder sehr magere Torausbeute von durchschnittlich nicht einmal ganz 22 Toren pro Spiel zu sein, hiermit die schwächste der Liga. Soweit zu sehen bekommen die Jungwölfe dabei auch nur sehr sporadisch – wenn, dann eben fast alleine durch Karle – Unterstützung von den “ausgewachsenen” Raubtieren aus der 2. Liga. Nicht von ungefähr tauchen die bislang erfolgreichsten Rimparer Werfer Dürr (57 Tore) und Gräsl (46 Tore) erst auf den Plätzen 27 und 34 der aktuellen Bayernliga-Torschützenliste auf, gefolgt dann erst wieder von Mohr auf Platz 64 mit 33 Treffern. Der angesprochene Karle wurde bisher lediglich zu 6 Bayernliga-Einsätzen herangezogen (24 Tore). Kennzeichen der Defensivarbeit der Jungwölfe ist überwiegend eine positionsspezifisch auf den ballführenden Gegner heraustretende 6-0-Formation. Ohne hier einen Ligakonkurrenten zweckpessimistisch und über Gebühr stark reden zu wollen: Diese Truppe, zumal vor eigenem Anhang, zu unterschätzen ist sicherlich der erste Schritt zur 6. Niederlage in Folge. Alleine der Umstand, dass der noch unlängst souverän bei den Adler siegreiche TSV Friedberg seine letzten beiden Punktspiele gegen den (eigentlich) Tabellenvorletzten Rimpar II und zuhause sogar sensationell gegen das Schlusslicht Fürstenfeldbruck II verloren hat, spricht Bände über die Unberechenbarkeit gerade der Reservemannschaften im Bayernliga-Topf.
    Außen, Kreis, Rückraum – Merkmal des Rimparer Spiels in der Hinrunde war das gleichmäßig über alle Positionen verteilte und von überall gefährliche Offensivspiel der Zweitliga-Reserve. Ein sehr flüssig vorgetragenes – spielerisch nebenher schön anzuschauendes – Angriffsspiel sah technisch wie taktisch bestens ausgebildete Jungwölfe mit zugleich beweglicher wie effizienter Abwehr mit einem starken Keeper dahinter. Dass die Rimparer Abwehr auch am Samstagabend nicht leicht zu knacken sein wird, garantiert neben Torwart-Rückhalt Leikauf auch eine Gegentrefferquote von lediglich 382, die immerhin sechstbeste der Liga – welche damit vor derjenigen der Adler liegt. Keinen Singwald oder Kiener: Gegen die köperlich wohl erneut unterlegenen Rimparer gilt es von Regensburger Seite nicht zuletzt auch durch variables, druckvolles und über möglichst weite Phasen der Partie konzentriert vorgetragenes Positionsspiel vor allem eben auch physische Vorteile in Zählbares umzumünzen. Entsprechend unabdingbar ist am Samstag konsequentes Zupacken in der Abwehr über 60 Spielminuten hinweg, Konsequenz im Abschluss sowie eine ligagerechte Rückwärtsbewegung. Um spielerische Schönheitspreise geht es für die im steilen Sinkflug befindlichen Adler ohnehin längst nicht mehr.
    Auch wenn es schon rosenkranzmäßig klingt: Endlich einmal eine auch in der Schlussphase stabile Leistung hinten wie vorne, Torleute inklusive, würde vermutlich schon einen Riesenschritt zum ersten Erfolgserlebnis seit letztem Oktober bedeuteten. “Stark begonnen und dann stark nachgelassen” kann und darf einfach nicht das Dauermotto für Spielberichte zu den Regensburg Adler werden.

    Rimpar – Ort und Verein
    Würzburg kennt man, Rimpar irgendwie nicht – wären da halt nicht die Handballer der örtlichen DJK. Quasi als Vorstädter der Metropole am Untermain sehen sich Rimparer aufgrund unmittelbaren als unmittelbar nördlichen Angrenzens an das Würzburger Stadtgebiet. Für die Regensburg Adler bedeutet die Partie am Samstag nichts weniger als mit 212 km Distanz die zweitweiteste Auswärtsfahrt in dieser Bayernliga -Saison (nach Lohr, 267 km). Heidingsfeld ist (sportlich) bekanntlich nicht mehr, somit ist es nun an den beiden DJK-Bayernliga-Mannschaften aus Waldbüttelbrunn und Rimpar die Fahnen der einstigen Handballhochburg Würzburg hochzuhalten. Bestens gelingt dies der 1. Mannschaft des nächsten Gastgebers der Adler, den “Rimpar Wölfe” in der 2. Bundesliga mit dort inzwischen bereits 7 Jahre ohne Unterbrechung (seit der Saison 2012/2013) währender Zugehörigkeit zur zweithöchsten deutschen Spielklasse. Wie auch bei den anderen beiden Reserven aus Fürstenfeldbruck und Coburg stellt auch Rimpar II den Unterbau und zugleich die Perspektivmannschaft für die jeweils höherklassiegere 1. Mannschaft dar – womit man irgendwie auch wieder beim Felix Karle wäre. Die Adler werden beim Aufeinandertreffen mit Rimpar II nominell dabei an die eigene Vereinsgeschichte erinnert, trifft man hier doch auf ein weiteres Mitglied der weitverzweigten DJK-Familie – die SG Regensburg fusionierte bekanntlich 1991 aus den beiden Regensburger Vereinen DJK Sportbund und Sportclub zu einer ausgegliederten Spielbetriebs-GmbH.

    Geographische Lage von Rimpar (Quelle Wikimedia)

    “Ort an einem Viehstall” – von dieser ebenso rustikalen wie aufschlussreichen Bezeichnung leitet sich letztlich wohl der Ortsname Rimpars etymolgisch her. Die altgermanischen Begriffe “rint” (Rind) und “buri” (Häuschen) wurden hierbei typisch verschmolzen. Im Jahr 1100 erstmal als “Rintburi” urkundlich erwähnt gelangte der heutige Markt über eine ganze Reihe verschiedener Abwandlungen doch bereits Mitte des 15. Jahrhunderts zu seinem heutigen prägnanten Namen – Rimpar. Nachweislich fand bereits Ende des 8. Jh. eine Besiedlung an der Stelle des heutigen Ortsgebiets statt. Am Flüsschen Pleichach gelegen grenzt der Markt Rimpar unmittelbar nördlich an das Würzburger Stadtgebiet und zählt gegenwärtig rund 7600 Einwohner, was seit der Wende zum Millennium allerdings leicht rückläufig ist. Hauptsehenswürdigkeit Rimpars ist das im 14. Jahrundert von Hans von Grumbach erbaute und nach ihn benannte Schloss Grumbach – ehedem eine der imposantesten Wasserburgen ganz Süddeutschlands, nachmalige Sommerresidenz der mächtigen Würzburger Fürstbischöfe und heute Heimstätte diverser Museen. Zudem wartet in der Pfarrkirche von Rimpar das “Grabmal des Ritters Eberhard v. Grumbach” (1487), das Erstlingswerk Tilman Riemenschneiders, des bedeutendsten Holzbildhauers der deutschen Spätgotik. In unseren Tagen wohl bekanntester Sohn des Orts ist der Profifußballer und nachmalige Trainer Bernd Hollerbach. Gegenwärtig verdankt der kleine Marktflecken im Landkreis Würzburg eine gewisse überregionale Bekanntheit dem stetig angewachsenen sportlichen Erfolg seiner Handballer der hier beheimateten DJK, welche sich 2011 entschlossen fortan trendig als “Rimparer Wölfe” zu firmieren und die stolze 3000 Zuschauer fassende S. Oliver-Arena in Würzburg als ihr Wolfsrevier zu markieren. Im Gegensatz zur Natur scheint zeigte sich im Würzburger Handball, dass Handball spielende Wölfe überraschenderweise eine letztlich größere Lebenserwartung besitzen als gleichgeartete Bullen. 😉

    Trainer Kai Uwe Pekrul und Co-Trainer Veselý Zbynêk Foto: Brüssel

    Sollte vor den nördlichen Toren Würzburgs erneut nicht (doppelt) gepunktet werden, sieht es wirklich zappenduster für die tabellarische Zukunft der Adler aus und die Abstiegsplätze würden dann endgültig sehr unangenehm nahe rücken. Konsequenzen – welcher Art jetzt auch immer – wären für die Verantwortlichen der Adler dann wohl unvermeidlich, will man nicht mit einem zu Saisonbeginn hochkarätig verstärkten Kader vom gefühlten Aufstiegskandidaten noch zum erntshaften Mitbewerber um den Klassenerhalt abstürzen. Somit kann es am Samstag in Rimpar Punkt 20 Uhr also wirklich nur heißen: Wenn nicht jetzt, wann dann???!!!

    Voraussichtliche Aufstellung der Teams:
    Regensburg Adler

    Adler 2019 / 2020

    #SpielerPositionTore
    3irlgerSteffan MeyerRückraum Mitte56
    5gerTom WukaLinksaussen53
    7gerMarwin WunderRechtsaussen57
    8gerValentin DemlLinksaussen90
    16gerMaximilian LotterTorwart1
    17gerKonstantin SingwaldRückraum links94
    22hunBence CsikiTorwart0
    39gerDaniel MulitzeRückraum links4
    44gerArmin KienerKreis, Rückraum links2
    75czeŠíra JakubKreis38
    77gerTobias StoiberLinksaussen22
    96gerLukas HeinleRückraum links, Rückraum Mitte50
    97gerStephan KlenkRückraum rechts21
    99gerTim VasoldKreis6

    SG DJK Rimpar II

    Austragungsort

    Rimpar Maximilian-Kolbe-Schule (210341)
    Julius-Echter-Straße 4, 97222 Rimpar, Deutschland

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    TBV Lemgo kommt!

    TBV Lemgo Lippe – „Handballstars“ in Regensburg

    Samstagnachmittag, den 27. Juni 2020 unbedingt vormerken: Nach vielen Jahren kommt mit dem TBV Lemgo Lippe wieder ein aktueller Vertreter der 1. Handball-Bundesliga nach Regensburg – und noch dazu ein absolutes Schwergewicht der neueren deutschen Handballgeschichte. 2-facher deutscher Meister, 3-facher DHB-Pokalsieger, 4-facher DHB-Supercup-Gewinner und 3-facher Europapokalgewinner: Mit dieser beeindruckenden nationalen wie internationalen Erfolgsbilanz können nur ganz wenige deutsche Vereine mithalten. Im Rahmen eines Jugendcamps und topbesetzten Handballnachmittags für hochklassig spielende Jugend-, Damen- und Herrenmannschaften misst sich der Traditionsverein aus der Region Ostwestfalen-Lippe in einem Testspiel mit der heimischen Bayernliga-Mannschaft der Regensburg-Adler. Mit komplettem Profikader angereist präsentiert der TBV innerhalb eines Trainingslagers den sicher zahlreich kommenden Zuschauern Spitzenhandball Marke 1. Bundesliga.

    Seit der Saison 1983/84 ohne Unterbrechung ist der 1911 gegründete Turn- und Ballspielverein Lemgo der höchsten deutschen Spielklasse zugehörig. Deutsche Handballgrößen wie die Handballlegenden Volker Zerbe, Christian Schwarzer, Daniel Stephan, Carsten Lichtlein oder Weltmeister und Europameister Florian Kehrmann als aktueller Trainer trugen über viele Jahre das blau-weiße Trikot des TBV – und nicht minder erfolgreich auch das der deutschen Nationalmannschaft. Schauplatz dieses für Handballfans hoch attraktiven Handballnachmittags wird die Städtische Sporthalle in Königswiesen sein. Das Aufeinandertreffen des TBV Lemgo Lippe mit den Regensburg Adler ist als Highlight und Abschluss dieses Handballfeiertags für die Domstadt angedacht. Nähere Infos zu vollständigem Spielprogramm, genauen Anwurfzeiten, Eintrittspreisen, Anfahrtsmöglichkeiten, Parkgelegenheiten etc. folgen noch.

    Danke an die Unterstützer mit deren Einsatz uns dieses Event möglich ist.

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    Eine gute Halbzeit reichte nicht für den Sieg.

    Handball-Bayernliga Herren | 16. Spieltag, 8.2.2020 | Adler Regensburg – VfL Günzburg 20:26 (13:12)

    Spielbericht

    Der Fluch der Serie

    The trend is your friend – es gibt Freunde, auf die man auch gerne verzichten kann. So für die Regensburg Adler bei der 5. Niederlage in Folge, diesmal gegen den VfL Günzburg. Sichtlich zerzauste Adler verließen gegen 20 Uhr 30 die Spielfläche – wenige Sekunden nachdem Hallensprecher Udo Litzke den Günzburger Schlusspunkt zum 20:26 Endstand vermeldet hatte. Angetreten als All-Blacks, ansonsten ja selbst in Weinrot und Weiß spielend, sollte der Tabellendritte aus Oberschwaben die schwarze Regensburger Serie bereits optisch unterlegt fortsetzen.

    Umständehalber mussten die Adler beim Stammpersonal diesmal auf Abwehrspezialist Daniel Mulitze und Außen-Allrounder Tobias Stoiber verzichten. Bereits der Treffer zum Auftakt der Partie sollte den Gästen vorbehalten bleiben, jedoch nur um im Gegenzug von einem verdeckt abgezogenen Meyer-Hüftwurf postwendend egalisiert zu werden. In der Folge setzten die weitgehend aus einer gewachsenen A-Jugend herangereiften Günzburger schnell auf 2:5 ab. Über 5:8 und 7:10 stellte man dann von Gästeseite schnell einen kleinen Komfortvorsprung her, welchen die kampfstarken Adler aus der Domstadt dennoch immer wieder verkürzen konnten. Bestens auf die Günzburger Rückraumwerfer eingestellt sollte der bärenstarke Regensburger Abwehrblock die Gästespieler ein ums andere Mal geradezu zur Verzweiflung bringen. Das zumal in der ersten Spielhälfte eher simpel gestrickte Rückraumspiel der Gäste konnte in dieser Phase alles andere als überzeugen, Sprungwurf um Sprungwurf blieb in den Sira-, Singwald- und Kiener-Armen hängen. Alleine über den Kreis und über beide Außenpositionen vermochten die “Schwarzen” die “Roten” mehrfach zu düpieren und auch der giftig agierende Einser vor der gegnerischen Deckung bereitete einem noch druckvolleren Spielaufbau des Gastgebers immer wieder unübersehbare Probleme. Im Gegenzug gelang es der Heimmannschaft immer wieder den Kontrahenden eben nach geblockten Bällen oder technischen Fehlern mit schnellen Konteraktionen wiederholt in arge Verlegenheit zu bringen. Zusehends schien sich Ratlosigkeit bei Spielern wie Bank der Günzburger breitzumachen, dokumentiert nicht zuletzt in einer Vielzahl überhastet und unvorbereitet genommener Notwürfe. Mehr noch: Beim 11:11 vermochte Marwin Wunder dann mit einem clever gemachten Treffer Gleichstand auf der Anzeigetafel herzustellen. Valentin Deml sorgte wenig später mit einem seiner 4 verwandelten 7 m sogar für eine nicht unverdiente 13:12-Pausenführung der bis dahin überzeugend auftretenden Hausherren. “Gegen Günzburg geht heute was!” – mit diesem Tenor konnten sich die ca. 150 Zuschauer hier noch berechtigte Hoffnung auf ein längst benötigtes Reißen der Regensburger Negativserie machen. Von der starken Leistung ihrer Mannschaft sichtlich angetane und für die 2. Spielhälfte erwartungsvolle Zuschauer sahen demzufolge Selbstbewusstsein wie Zuversicht ausstrahlende Adler-Akteure in die wohlverdiente Halbzeitkabine gehen.

    Der Hingucker in der Halbzeitpause: Die Tanzabteilung der Regensburger Turnerschaft sorgte für eine absolut sehenswerte Alternative zum sonstigen Biertrinken, Klobesuch, Herumstehen und Fachsimpeln über das soeben Gesehene. Eine voll engagiert auftretende Mädchentruppe und im Anschluss eine nicht minder ambitionierte Riege reiferer Semester in sportlich-eleganter Turnierausrüstung ließen das Tanzbein zu Melodien von Whitney Houston & Co. schwingen und sich anschließend unter dem verdienten Applaus der Anwesenden vom “Parkett” begleiten. Dieser originell-sportliche “Pausenfüller” war sichtbar nach dem Geschmack vieler Zuschauer und darf in der Kerschensteiner Halle deshalb gerne eine Neuauflage erleben. Danke hier nochmals an die RT!

    Zwischen den Halbzeiten positiv zu vermerken auch das entschlossene Engagement von Führungsspieler Singwald mehrere Spieler im Einzelgespräch auf die anstehenden 30 Minuten, sprich eine Fortführung der Leistung der 1. Spielhälfte, einzuschwören. Man wollte auch nach der Pause mit Sicherheit wieder, nur …

    Frieder immer wieder: Optisch eher unscheinbar, in der Wurfeffizienz dagegen fast unheimlich legte Günzburgs linkshändiges Riesentalent Frieder Bandlow den Grundstein für den Auswärtssieg der Oberschwaben in der Domstadt. Auf Halblinks, von Rechtsaußen, über die Mittelposition, als 7m-Schütze – wo immer der agile und wurftechnisch versierte Außnahmespieler der Gäste vor der Adler-Abwehr auch auftauchte konnte man seinen Würfen kaum etwas entgegensetzen. 7 Feldtore und 2 von der Linie verwandelte Bälle in Regensburg ließen die Bilanz des nunmehr Alleinführenden in der Bayernliga-Torschützenliste auf 98 Treffer emporschnellen. Beinahe unvermeidlich, dass die Günzburger – zweifellos schweren Herzens – ihren hochbegabten Torgaranten kommende Saison nur noch in den Reihen des kommenden Zweitligisten TV Großwallstadt bewundern dürfen.

    Fast alleine den wuchtigen 5 Sprung-, Schlag- und Hüftwurftoren Konstantin Singwalds – zusammen mit Bandlow bester Spieler der Partie – zu verdanken ist andererseits der Umstand, dass man auf Adler-Seite lange zumindest noch in Schlagdistanz zu den Gästen bleiben konnte. Nicht zuletzt auch mit einer starken Abwehrleistung stellte der hinten wie vorne abgeklärt agierende Rückraumkanonier der Adler erneut seine Extraklasse und gegenwärtige Unersetzbarkeit für die Regensburger eindrucksvoll unter Beweis.

    Im selben Maß in dem die Torwartleistung der Heimmannschaft nach dem Wiederanpfiff nachließ, vermochte sich das schwäbische Torhütergespann Bieber/Rösch zu steigern und Wurf um Wurf der immer verzweifelter anrennenden Gastgeber zu entschärfen. Das Gehäuse der “Schwarzen” schien mehr und mehr wie vernagelt. Abspielfehler, versemmelte “Freie”, Betreten des Kreises, Fangfehler, zögerliches Abwehrverhalten, oft desolates Überzahlspiel … die Palette an Adler-Defiziten war in der 2. Halbzeit einfach zu groß um dem dort deutlich konstanter, konzentrierter und druckvoller spielenden Tabellendritten in der Schlussphase noch wirklich Paroli bieten zu können. 4 Strafzeiten des Gegners, bei wohlgemerkt keiner eigenen, konnten lediglich zweimal in Torerfolge umgemünzt werden – im Gegenteil, man musste bei eigener Überzahl sogar noch zweimal Gegentore schlucken. Mit 14:13 gelang es den Adlern durch einen Treffer von Tom Wuka letztmals die Führung zu übernehmen. Doch bereits im Gegenangriff bescherte ein auf Halbrechts schlampig in die Hände des darauf bereits lauernden Bandlow geworfener Ball augenblicklich wieder den Gleichstand. Trotz hierauf erneutem 3-Tore-Rückstand schaffte es das Team in den weinroten Trikots sich abermals heranzukämpfen und durch eine dynamische Aktion von Lukas Heinle – letztmals – den Gleichstand (17:17) wiederherzustellen. Eigentlich hätte dieser Kraftakt ein Aufbruchssignal zum Nachlegen sein sollen – jedoch musste sich die Regensburger Anhängerschaft anschließend genau vom Gegenteil überzeugen. Unaufhörlich zogen die Günzburger danach mit 4 Treffern in Serie dem Gastgeber zum 17:21 davon. Zum wiederholten Mal war damit eine Partie faktisch bereits 15 Monuten vor Spielende gegen die Adler gelaufen. 8 Minuten vor Schluss nahm VfL-Trainer Gábor Czakó nochmals eine letzte Auszeit für letzte Anweisungen – offenbar mit Erfolg, denn fortan spielte seine Truppe die Partie völlig ungefährdet nach Hause. Die letzten sporadischen Erfolgserlebnisse des Gastgebers sollten schließlich kaum mehr als einer dürftigen Ergebniskosmetik bis zum klaren Entstand von 20:26 dienen.

    Ganz stark begonnen, dann ganz stark nachgelassen – wie eine gespenstischer Fluch lässt sich diese Blaupause auch diesmal wieder über die wechselvolle Halbzeitenleistung der Adler legen. Mit Ausnahme einer durchaus akzeptablen Leistung von Rechtsaußen Marwin Wunder (3 Tore) konnte abermals die restliche rechte Angriffsseite nicht überzeugen und brachte insgesamt nur kümmerliche 2 Tore zustande. Wie schon so oft in dieser Saison gelang auch diesmal wieder über lange 60 Spielminuten nur ein einziges (!) Tor über den Kreis – zweifellos eine der, wenn nicht DIE Hauptbausstelle im Regensburger Angriffsspiel. War die Trefferstreuung über die gesamte Partie noch über annehmbare 8 Torschützen verteilt, so verdeutlicht genaueres Hinsehen, dass hierbei 5 der Torschützen nicht über 2 Tore hinauskamen, die Günzburger Abwehr damit faktisch nur gegen kaum mehr als 3 Adler-Spieler wirklich verteidigen musste. 13:12 gegenüber 7:14 bedeuteten nicht zum ersten Mal eine nach der Pause zertrümmerte Hoffnung, welche in der ersten Spielhälfte noch so vielversprechend geschürt worden war. Wieso und warum im Verlauf der zweiten Halbzeit erneut ein merklicher und erneut letztlich spielentscheidender Leistungsabfall bei den Adlern zu verzeichnen war? Man scheint es einfach nicht auf die Reihe zu bekommen, zwei qualitativ auch nur einigermaßen gleiche Halbzeiten abliefern zu können. Eine essentielle Frage, mit welcher sich die Verantwortlichen der Regensburger Spielgemeinschaft diese Saison nicht zum ersten Mal konfrontiert sehen. Am Machen und Tun, sprich Einsatzwillen und Laufbereitschaft der einzelnen Spieler lag es auch am Samstag zweifellos wieder nicht – nur mit Rennen und Kämpfen alleine holt man in der höchsten bayerischen Spielklasse halt keine Punkte. Die Gründe – und damit gleichzeit auch Verbesserungen – müssen demnach an anderer Stelle gesucht werden. Von Beobachtern der Partie wurde anschließend schon zynisch geflachst, beim Verband künftig nurmehr eine erste Halbzeit zu beantragen. Nach Spielende schien nicht zuletzt auch den Regensburger Verantwortlichen eine gewisse Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben.

    Ohne damit den völlig verdienten Günzburger Sieg irgendwie in Frage stellen zu wollen: Bereits auch vom (ohnehin wohlwollenden) Spielbericht des Gegners attestiert fiel die Niederlage mit 6 Toren Differenz für den Gastgeber dann doch etwas zu hoch aus und spiegelte nicht ganz den tatsächlichen, insgesamt weniger großen Leistungsunterschied an diesem Samstagabend wieder. Objektive Spielbeobachter schließen sich dieser Betrachtungsweise gerne an, freilich ohne damit an dem erneuten doppelten Punktverlust rütteln zu können.

    Nicht mehr “alles jut”: Das übliche anschließende Interview mit beiden Trainern erlebte einen (ungewohnt) sichtlich angefressenen Adler-Trainer, welcher dem Umfeld die (kontrovers aufgenommene) Empfehlung gab, bei der Beurteilung derartiger Niederlagen nicht die wiederholten personellen Komplettumbrüche der letzten Jahre außer Acht zu lassen. Ohne freilich Haupt- oder gar Alleinschuldiger für Pleitenserien sein zu müssen, steht dennoch nun mal – wie überall – die Bank einer Mannschaft in der letztendlichen Hauptverantwortung für den sportlichen Erfolg.

    Melancholisch blickte der Vollmond auf die Kerschensteiner Halle herab. Augenzeugen berichten, sie hätten ein Murmeln von oben herab vernommen: “Etz reißts eich amal wenigstens nächste Woch in Rimpar zamm!” (?) Der Vollmond kann im Würzburger Vorort dann naturgemäß schon nicht mehr Zuschauer sein.
    Torschützen waren: