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Adler verlieren erneut und kommen in Lohr mit 29:21 (17:11) unter die Räder

Den Spielbericht präsentiert diesmal Sanitätshaus Reiss.

Ergebnisse

Mannschaft1. Halbzeit2. HalbzeitToreSpielausgang
TSV Lohr171229gewonnen
Regensburg Adler111021verloren

Schauplatz Spessarttorhalle – eine nachhaltig gebaute Schönheit aus Backstein, Glas und heimischem Holz empfing den hoffnungsvoll angereisten Gast aus der Oberpfalz. Auch in der malerisch benannten und baulich wohl schönsten (neugestalteten) Bayernliga-Spielstätte vermochten die Regensburg Adler ihren derzeitigen Sinkflug letztlich nicht zu stoppen. Aufgrund des verdienten Vorrundensiegs ambitioniert an den Untermain zum Urgestein der Bayernliga geflogen mussten von ihrer gezeigten Auswärtsleistung dann zurecht enttäuschte Adleraugen am Ende jedoch auf ein klares 29:21 auf der Anzeigetafel blicken. Doch der Reihe nach.

Bilderquelle: TSV Lohr | Foto von Yvonne Vogeltanz

Mit dem 0:1 aus Gastgebersicht brachte Adler-Toregarant Konstantin Singwald den Besuch aus Regensburg bereits nach 28 Sekunden vielversprechend in Führung – es sollte die erste und letzte Führung für den Gast bleiben. Die gewohnt gut gefüllte Spessarttorhalle – beneidenswert rundum mit Sponsortransparenten “tapeziert” 😳 – sah die davon unbeeindruckte eigene Mannschaft rasch mit 4:1 das Kommando auf dem hellen Parkettboden übernehmen. Eine Kurzdeckung der Regensburger Angriffsmotore Singwald und Meyer brachte dabei, vor allem in Gestalt einiger Notwürfe, schnell knirschenden Sand ins Regensburger Offensivgetriebe. Folge war die erste Adler-Auszeit bereits nach 7 Minuten. Davon unbeirrt zogen die Gastgeber im Anschluss über 7:2, 11:7, 14:9 etc. langsam aber stetig weiter davon. 4 Adler-Tore in Folge durch den erneut selbstbewusst aufspielenden Valentin Deml binnen 3 Minuten (!) (14. bis 17.Minute) trugen maßgeblich dazu bei, den Anschluss nicht bereits vorzeitig zu verlieren. Zwischenzeitlich konnte Tom Wuka mit seinem Treffer zum 10:7 sogar auf Hoffnung schürende, für die restliche Partie jedoch einmalig bleibende, 3 Tore verkürzen. Phasenweise (erneut) unglückliche Torhüteraktionen – freilich häufig begleitet von zu passiv agierenden Vorderleuten – sollten diesen zunehmenden Verlust an Tuchfühlung zum Gastgeber durch das ganze restliche Spiel unvorteilhaft begleiten. Irgendwie symptomatisch dann für die Gesamtleistung am eigenen Kreis: Nicht einmal 6 Sekunden vor der Pausensirene das defensive Unvermögen, den (vorläufig) letzten Treffer der unter schnellem Wurfzwang stehenden Heimmannschaft zum aussagekräftigen Halbzeitstand von 17:11 verhindern zu können. Kuriosum der 1. Spielhälfte: der Block des flink zurückgeeilten Meyer in der 15. Minute am eigenen Kreis gegen einen Lohrer Wurf auf das leere Adler-Gehäuse vor entsetztem heimischem Anhang.

Einen 6-Tore-Rückstand nach der ersten Spielhälfte noch aufholen – im schnellen, wechselvollen Handball bekanntlich kein Ding der Unmöglichkeit – wie sich zeigen sollte, an diesem milden ersten Februartag am Untermain anscheinend nicht jedoch für die Regensburg Adler. Der Traditionsverein aus Unterfranken ließ nämlich auch in der Folge, sprich Halbzeit 2, nichts mehr anbrennen. Vorne mit größerer Abschlussqualität und hinten kompakt stehend sollte der geflügelte Herausforderer aus der Domstadt in der ganzen zweiten Hälfte nie mehr als bezeichnende 4 Tore (18:12, 32. Minute) an den deutlich druckvoller und konstanter spielenden Gastgeber herankommen. Gleich einem bösen Omen knüpfte die Lohrer Torfolge nach dem Anpfiff gleich mit einem von der Adler-Abwehr (nun mit Bence Csiki hinter sich) – im weiteren Verlauf nicht einzigen – verschlafenen Abpraller scheinbar nahtlos an die vorherigen 30 Minuten an. Gewohnt erfolgloses Empty-Goal-Spiel, Ballverlust bei eigener Überzahl, unkonzentriert gespielte Fehlpässe, Torwartspiel in die Hand des Gegners etc. spielten der dies dankend annehmenden Heimmannschaft dann zusätzlich wie buchstäblich in die Hände. Spätestens dann mit dem 7m-Tor durch Lohrs erfolgreichsten Werfer Jannik Schmitt zum 23:15 war die Partie bereits in der 41. Minute endgültig “durch”. Wohl letztlich mehr fehlende (brauchbare) Anspiele als ungenügende Eigeniniative und Chancenverwertung: Bereits in den vergangenen Partien sehr überschaubar erfolgreich, wollte am Adler-Kreis diesmal weder “Königstransfer” Jakub Sira noch Youngster-Stellvertreter Tim Vasold auch nur ein einziges (!) Tor von dieser Schlüsselposition gelingen. Die Heimmannschaft zeigte mit den 6 zählbaren Erfolgserlebnissen ihres (im Hinspiel noch völlig unauffällig agierenden – oder damals auch nur viel besser verteidigten?) routinierten spanischen Kreisriesen Prieto dagegen wiederholt, wo man hier den Unterschied machen kann. 18:11, 21:14, 25:15, 29:18 (letzter Lohrer Treffer) lautete aus Gastgeberperspektive das deutliche Stenogramm des Spielverlaufs in nackten Zahlen. Die 45. Spielminute verzeichneten mit dem 26:16 zwischenzeitlich sogar einen deklassierenden 10-Tore-, die 52. Minute gar einen 11-Tore-Rückstand (29:18) für die flug- und wurflahm gewordenen Adler aus der Oberpfalz. Zur Ehrenrettung der offiziell zu Greifvögeln mutierten Regensburger Spielgemeinschaft sei gesagt, dass man diese beängstigende Toredifferenz dank gegentrefferloser 8 Schlussminuten zum Ende hin – mittlerweile wieder mit einem mehrfach gut parierenden Max Lotter zwischen den Pfosten – wenigstens noch etwas verringern konnte. Auch sahen gegen einen nun sichtbar nicht mehr so konzentriert zu Werke gehenden Gastgeber die letzten 3 Tore der Spielchronologie ausschließlich Adler als ihre Urheber – darunter zwei typische, sehenswerte Meyer-Unterarmwürfe in Folge, welche der so weit mitgereiste Adler-Anhang bereits zuvor nur allzu gerne beklatscht hätte. Auch wenn der “Kas” in der schönen Spessarttorhalle längst gegessen war, also doch immerhin kein Hängenlassen und völliges Auseinanderbrechen in der Schlussphase – im Gegenteil, hier nun plötzlich hinten wie vorne eine der stärksten Adler-Phasen der Partie. Mangelndes Wollen und fehlende Einsatzbereitschaft von Adler-Seite waren, soweit zu sehen, auch bestimmt nicht die Hauptursache der klaren Niederlage am “Tor zum Spessart” – alleine es zählt halt immer das Resultat unter dem Strich.

All dem ungeachtet natürlich auch Kompliment an den völlig rechtmäßigen Gewinner TSV Lohr, welcher seinen “gefiederten” Gast über die ganze Partie hinweg nie wirklich in Reichweite kommen ließ. Positiv auch die insgesamt erfreulich fair geführte Partie und nicht zu beanstandende Schiedsrichterleistung des Gespanns Berghammer/Kalina.

Den gesamten Spielverlauf hindurch spiegelte auch die Partie am Tor zum Spessart die derzeitigen Hauptmankos wohl nicht nur der letzten Adlerspiele wieder: immer wieder allzu leicht gefangene Gegentore, insbesondere “geschenkte” Treffer aus dem unzulänglich angegangenen gegnerischen Rückraum und schlecht verteidigtes Kreisspiel. “Jedes Tor, das ich hinten nicht bekomme, muss ich vorne dann nicht …” usw. Zu keiner Phase der Partie fand man auf Adlerbank offenbar ein Rezept gegen die weitestgehende Kurzdeckung seiner beiden Schlüsselspieler im Rückraum, Singwald und Meyer. Zudem waren auch in Lohr – natürlich zur großen Freude des Gastgebers – erneut Regensburger Gegenstoßtore, schnelle Mitte und zweite Welle sowie immer wieder auch eine adäquate Rückwärtsbewegung unübersehbare Mangelware. Erneut in den letzten Spielen zeigte sich auch am Untermain besonders die rechte Angriffsseite über weite Strecken als viel zu harmlos – und damit das gesamte Adlerspiel als viel zu linkslastig, sprich sehr leicht ausrechenbar. Ein einziger Treffer (Lukas Heinle) aller nominell auf der rechten Angriffseite aufgebotenen Spieler spricht hier Bände. Von auch diesmal wieder völlig überflüssigen technischen Fehlern und ausgelassenen Chancen soll dabei noch gar nicht weiter die Rede sein. Mit einer mehr als mageren Offensiv”leistung” von 11 bzw. 10 Toren pro Halbzeit wird es in den noch ausstehenden Partien auch gegen schwächere Gegner als Lohr unzweifelhaft – ohne jeden Zweckpessimismus – ganz schwer Punkte mitzunehmen. Trotz diesmal (für ihn) nur 2 erzielter Treffer möchte, ja muss man Konstantin Singwald dabei etwas aus der Gesamtkritik herausnehmen, wurde ihm doch von seinen Nebenleuten von Beginn an ein Großteil der Wurfverantwortung oft geradezu ängstlich zugeschoben, was wiederum ein wiederholt glückloses Agieren seinerseits mit zur Folge hatte. Hervorzuheben aus der Adlertruppe ist diesmal getrost die starke Leistung vom couragiert aufspielenden Linksaußen Valentin Deml mit 11 Toren – er überzeugte als einer der wenigen mit der (bei ihm gewohnten) Bereitschaft selbst Verantwortung zu übernehmen, gerade dann, wenn von den Teamkollegen nichts oder (wieder einmal) nicht genug kommt. Von etwaig mangelnder Leistungsbereitschaft einzelner kann hierbei insgesamt nicht die Rede sein, von möglicherweise mangelnder (ersteres gleichwohl bedingender) Fitness einzelner dagegen … (?).

Nunmehr bei einem nahezu gleichlastigen Punktekonto von 13:15 angelangt sind die Adler wohl endgültig im unschön grauen Niemandsland der Tabelle gelandet. Noch kann man von der weitgehend erfolgreichen Gestaltung der Hinrunde zehren – allerdings nähert man sich im heimischen Horst an der Alfons-Auer-Straße mit Vorstellungen à la Lohr inzwischen “konsequent” der Abstiegszone. Die Betroffenen wissen es sicher selbst am besten: Bei nicht wenigen Adler-Akteuren zeigt die Form- und damit unweigerlich auch Leistungskurve in den letzten Partien doch sehr bedenklich nach unten. Fehlende Fitness oder nicht: Spieler (mit wohlweislich ausreichend Spielanteilen!), die mittlerweile zunehmend auf maximal 2 Tore festgenagelt zu sein scheinen, können der Mannschaft in dieser Liga wohl schwerlich Erfolgserlebnisse bescheren. Angesichts der Negativtendenz wären vorschnelle Kurzschlusshandlungen der Verantwortlichen zum jetzigen Zeitpunkt dennoch zweifellos verfehlt und für die restliche Saison letztlich wohl eher kontraproduktiv.

Neues Spiel, neues Glück? Jedes unerfreuliche Ende birgt auch ein neuen, vielleicht erfreulicheren, Anfang in sich – wenigstens die Option hierzu besteht bereits kommenden Samstag beim Heimspiel gegen die bislang bärenstarke Spitzenmannschaft des VfL Günzburg. Dahoam is dahoam: Vielleicht kommt man, zumal vor vertrauteren Zuschauergesichtern und bekannterem Dialekt, gegen Schwaben ja besser zurecht als gegen Unterfranken (?)

Die Torschützen waren:

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