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24:26 (11:12) Sieg in Rimpar. Geht doch!

Bitternötiger Erfolg im Wolfsrevier

Das tiefe Durchatmen auf der Adler-Bank dürfte am Samstagabend 200 km weit bis Regensburg zu hören gewesen sein. Im Würzburger Wolfsrevier mühsam durchgebissen: Die Bayernliga-Truppe aus dem Kasernenviertel hatte es kurz zuvor tatsächlich geschafft nach 6 erfolglosen Spielen in Serie wieder einmal als Sieger vom Platz zu gehen. 24-26 lautete aus Gastgebersicht am Ende denkbar knapp die Digitalanzeige bei der DJK Rimpar II. Hier beim – Rückzieher Heidingsfeld bereits außer Acht gelassen – aktuellen Tabellenvorletzten (egal wie) zu gewinnen – diesen freilich unbequemen Schuh musste man sich im Vorfeld jedoch auch ohne jedes Wenn und Aber anziehen.

Zum Spiel
Beim Einlaufen in die Rimparer Dreifachsporthalle sahen die rund 250 Zuschauer den Gast von der Donau gegenüber vergangenem Wochenende wieder mit komplettem Kader. Beim Gastgeber fehlte – wie von Adler-Seite erhofft – der mit den Zweitliga-Wölfen nach Dormagen gereiste Torjäger Karle – in zweierlei Hinsicht personell gute Voraussetzungen für die Adler also.

Lukas Heinle (Nr.96) und Tom Wuka (Nr.5) im Spielaufbau

Beim Einlaufen in die Rimparer Dreifachsporthalle sahen die rund 250 Zuschauer den Gast von der Donau gegenüber vergangenem Wochenende wieder mit komplettem Kader. Beim Gastgeber fehlte – wie von Adler-Seite erhofft – der mit den Zweitliga-Wölfen nach Dormagen gereiste Torjäger Karle – in zweierlei Hinsicht personell gute Voraussetzungen für die Adler also.
Durchwachsener Anfang: Lotter pariert beim ersten Angriff der Rimparer, beim eigenen Angriff dann sofort jedoch wieder Ballverlust für die Regensburger und im schnellen Gegenzug prompt das 1:O aus Gastgebersicht. Die Partie hätte besser beginnen können. Nach zwei Leikauf-Paraden gelingt es Valentin Deml von Linksaußen in der 3. Spielminute erstmals den Rimparer Keeper zum 1:1-Ausgleich zu überwinden. Einen zwischenzeitlichen torlosen Leerlauf mit technischen Fehlern auf beiden Seiten beendete Max Lotter gewissermaßen in der 7. Minute mit einem gehaltenen 7m. Technische Fehlleistungen wie vergebene Torchancen der Adler sollten anschließend dafür sorgen, dass Rimpar II sich bis zur 21. Minute sogar dreimal mit einem 3-Tore-Vorsprung etwas absetzen konnte, wesentlich unterstützt von Paraden ihres starken Keepers Leikauf. Kennzeichnend für die Heimmannschaft war in dieser Phase – wie eigentlich über die gesamte Spielzeit hinweg – ein nicht allzu schnelles, eher mit Bedacht vorgetragenes Positionsspiel, welches immer wieder geduldig auf die Lücke bzw. Konzentrationsfehler in der Regensburger 6-0-Abwehr wartete. Hierauf allerdings sollte sich das Blatt wieder wenden: Ein 4-fach-Schlag der Adler von der 22. bis zur 27. Minute sah dann plötzlich den Gast in den weinroten Trikots mit 9:10 im Vorteil. Eine Schwächeperiode des Gastgebers konnte hier kompromisslos genutzt werden, wesentlich mitgetragen von energisch zupackender und erfolgreich blockender Abwehrarbeit samt mehrfach stark haltenden Max Lotter dahinter. Wieder und wieder rannte sich die Rimparer Offensive in der konzentriert arbeitenden Adler-Deckung fest. Auch das Ärgernis, dass der in Spielminute 24 unerwartet schnell zurückeilende Jungwölfe-Torwart Leikauf einen Adler-Wurf auf sein zwischenzeitlich verwaistes Tor zu verhindern wusste tat diesem Trend keinen Abbruch. Muss dann aber definitiv nicht sein: 3 Sekunden (!) vor der Halbzeitsirene lassen sich die Adler beim einfachst erreichten 11:12-Anschlusstreffer, gleichbedeutend mit dem Pausenstand, nochmal von Rimpars Halbrechten Lang übertölpeln.

Das 14:13 bald nach Wiederanpfiff (33. Minute) sollte dann vorerst die letzte Führung für die Würzburger Vorstädter bedeuten. Nach einem reaktionsschnell von Singwald gemachten Empty-Net-Tor (35.) – vorausgegangen war eine nicht minder reaktionsschnelle Lotter-Abwehr – sollten die Weinroten mehr und mehr die Nase vorne behalten. Dreimal gelingt es den Raubvögeln von der Donau in der Folge einen 2-Tore-Abstand herzustellen (14:16, 16:18, 17:19). Aufopferungsvoll kämpfend und unermüdlich dagegenhaltend war die Rimparer Rerserve bis zum Schluss jedoch einfach nicht abzuschütteln – zähe Wölfe eben. Mit Ausnahme der Schlussphase sollte insbesondere Rimpars Halbrechter Lang (7 Tore) die weinrot-weiße Abwehrreihe dabei immer wieder vor Probleme stellen. Mit dem 20:19 durch Gräsl (6 Tore) gelang es den Jungwölfen in der 48. Minute sogar noch einmal kurz die Führung an sich zu reißen – künftig sollte der Führende auf der Anzeigetafel dann allerdings nur noch Regensburg Adler heißen. Immer wieder herangebissen: Die folgenden 7 Spielminuten konnten die Spieler in Grün-Schwarz gleichwohl noch viermal einen zwischenzeitlichen Gästevorsprung wieder egalisieren sehen. So leistete sich Regensburg von der 36. bis zur 39. Minute eine Mini-Durststrecke, welche die Hausherren mit 2 Treffern en suite sofort zum Ausgleich nutzten (16:16, 37. Minute). Die schließlich letztmalige Wölfe-Führung (20:19) glich Steffan Meyer mit einem ansatzlosen flachen Hüftwurf aus, Jakub Sira konnte auf Meyer-Anspiel vom Kreis alsbald zum 20:21 nachlegen. Ein Gewaltwurf abermals von Singwald zum 22:23 sollte dann eigentlich das Schicksal der Gastgeber allmählich besiegeln – sollte. Beim 24:24-Ausgleichtreffer des durchgebrochenen Keidel – zuvor hatte Singwald die Gäste noch zweimal in Front geworfen – musste Max Lotter letztmals in diesem engen Match hinter sich greifen. Rimparer 2 Minuten für Wirth (57.) ließen das Spiel dann jedoch endgültig kippen: In diesen letzten 3 Minuten klassische Crunch-Time gelang es den Adlern mit Unterstützung der Überzahlsituation (und trotz hier über das gegnerische Gehäuse gesetztem 7m) durch einen Deml-Treffer erneut in Führung zu gehen. 30 Sekunden vor dem Ende hält Lotter den entscheidenden, bereits mit etwas Verzweiflung zentral auf ihn geworfenen Rimparer Rückraumball. Wenige Sekunden vor der Schlusssirene sollte es schließlich Tom Wuka vorbehalten bleiben gegen die nun noch verzweifelter offen manndeckenden Gastgeber den abschließenden 2-Tore-Abstand zum erlösenden 24:26 herzustellen. Adler Coach Pekrul scheint endlich Gehör gefunden zu haben, betrachtet man die deutliche Leistungssteigerung seines Teams in der zweiten Hälfte oder besser eben in der Crunch Time. Letzterdings vielleicht auch ein Zittersieg gegen den sich tapfer wehrenden Drittlletzten der (bereinigten) Tabelle, aber gewonnen ist … Unendliche Erleichterung – ein sportliches Gefühl, welches mancher Adler-Spieler und -Verantwortliche dann wohl spätestens gegen 21 Uhr 30 in der Markt Rimparer Michael-Kolbe-Halle kennengelernt hat. Regensburg unterstützt Regensburg: Ganz großer Daumen dann auch nochmal für den Support der unmittelbar zuvor ebenfalls in der Rimparer Halle siegreichen ESV-Damen 2.

Fazit – hüben wie drüben
Typus “schmutziger”, aber dennoch nicht unverdienter Sieg: Ein wie befürchtet ganz, ganz hartes Stück Arbeit gegen einen nie aufsteckenden Gegner letztlich also für die Regensburg Adler, die sich dann selbst vor allem Nervenstärke in der Schlussphase attestieren konnten. Über den gesamten Spielverlauf hin betrachtet war in Rimpar endlich wieder eine erfreuliche Steigerung der zuletzt wechselhaften Torhüterleistung zu konstatieren. Wieder 8 Tore – noch dazu wohltuend gleichmäßig über die ganze Partie verteilt – bei diesem Spieler kann dann wohl (auch beim Scouting durch KUP) nicht allzu viel falsch gelaufen sein: Erneut ragte Führungsspieler Konstantin Singwald nicht bloß größenmäßig aus einer sich auch sonst sehr ordentlich verkaufenden Adler-Truppe heraus – und glänzte zudem als erfolgreichster Torschütze der gesamten Partie. Dies bekam umso mehr Gewicht, als sein halbrechtes Pendant Stephan Klenk trotz unverkennbaren Bemühens erneut leider glücklos agierte, seiner rechtshändigen Alternative auf dieser Position, Lukas Heinle, sollten in Rimpar diesmal wenigstens 2 Tore gelingen – wie gehabt aber ein allzu linkslastiges und leicht ausrechenbares Rückraumspiel der Adler vom nördlichsten Punkt der Donau. Unter dem Strich war die konsequent über 60 Minuten am Kreis stationierte Regensburger 6-0-Abwehr mit dem geduldigen, auf Ballsicherheit bedachten Spielaufbau der körperlich unterlegenen Rimparer eigentlich ganz passabel zurechtgekommen.
Gut dagegengehalten, aber dann wieder mit leeren Händen dastehend: Erneut wurde es den mainfränkischen Jungwölfen trotz ordentlicher spielerischer Leistung zum Verhängnis, bis zur Schlusssirene einfach keine 25 Tore zusammenzubekommen. Und mit einer Torquote darunter trägt der Sieger fast immer den Namen des Gegners. Der zahlenmäßig schwächste Angriff der Liga wird trotz auch erneut ansprechender Abwehrleistung große Probleme haben auf diese Weise die Klasse, sprich Bayernliga, doch noch halten zu können. Wie bereits im Hinspiel zu sehen: Ist Nachwuchshoffnung Karle nicht mit an Bord, scheint der DJK Rimpar II dann allerdings auch etwas die individuelle Qualität zu fehlen. Ungeachtet dessen wird es für die restlichen Gastmannschaften im Würzburger Norden wohl kaum leichter werden die Punkte aus dem mit aller Macht verteidigten Revier der Jungwölfe zu entführen. Und natürlich auch noch Respekt vor der Rimparer Konsequenz erneut offenbar ohne einen einzigen ausländischen Legionär im Kader das schwierige Unterfangen Klassenerhalt in der Bayernliga alleine mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs und der unterfränkischen Region in Angriff genommen zu haben.

Ausblick – die kleinen Panther im Visier
Rimpar war eine Reise wert, die 200 km nicht für die Katz oder den Wolf – dieses zufriedenstellende Resumée kann man somit zumindest aus sportlicher Sicht ziehen. Es bleibt nun inständig zu hoffen, dass man mit dem verdienten Sieg vor den Toren Würzburgs den “Bock” nun wirklich umgestoßen hat und wieder länger auf Erfolgskurs umgeschwenkt ist. Das Glück ist bekanntlich zwar nur ein flüchtiges Vogerl, jedoch darf es sich dennoch gerne noch eine Weile im Adlerhorst an der Alfons-Auer-Straße niederlassen. Beste Gelegenheit für das Vogerl bietet gleich einmal das kommende Heimspiel am Samstag nach Fasching gegen eine andere, gleichfalls im Tabellenkeller residierende Reserve – diesmal die “kleinen Panther” des TuS Fürstenfeldbruck – welche das arme Vogerl freilich nur allzu gerne auffressen wollen. Ein gutes Omen für einen erneuten Adler-Erfolg ist vielleicht auch, dass Adler-Coach “KUP” Pekrul – ganz im Gegensatz zur letzten Partie gegen Günzburg – diesmal nach Spielende bereits wieder mit gewohnt optimistischer Miene Richtung Kamera blickte. Eine von Außenstehenden medial verpasste “Schlinge um den Hals” war hier auf jeden Fall nirgends erkennbar, weiß er doch vor allem Mannschaft und Verantwortliche voll und ganz an seiner Seite.

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